Stand: 21.05.2019 14:14 Uhr

Freispruch gilt: Keine Berufung im WhatsApp-Prozess

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In erster Instanz war der Fahrer des Wagens freigesprochen worden.

Das Kieler Landgericht hat die Berufung im so genannten Whatsapp-Prozess zurückgewiesen. Damit gilt der Freispruch aus erster Instanz. In dem Fall geht es um den Tod einer 34-jährigen Autofahrerin. Sie war beim Zusammenstoß mit dem Wagen eines heute 72-jährigen auf der A7 ums Leben gekommen. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Mann während der Fahrt mit seinem Handy Nachrichten geschrieben und war ungebremst auf den Wagen der Frau aufgefahren.

Keine neuen Erkenntnisse

Die Richter wiesen die Berufung der Staatsanwaltschaft zurück, weil die Befragungen von Zeugen und einem Sachverständigen keine neuen Erkenntnisse brachten. Laut Anklage war der Mann in Richtung Hamburg unterwegs, als er mit seinem Auto von der linken auf die rechte Fahrspur zog und dort mit dem Wagen zusammenstieß. Er wurde im Sommer 2018 in erster Instanz freigesprochen, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass die Fahrerin des anderen Wagens an dem Unfall schuld war.

Unfall wäre auch ohne Ablenkung zustande gekommen

Der Vorsitzende Richter am Amtsgericht Neumünster sah es damals allerdings als erwiesen an, dass der damals 71-Jährige kurz vor dem Unfall den Nachrichtendienst WhatsApp auf seinem Handy benutzt hatte und dann mit Tempo 120 in den anderen Wagen krachte. Der Unfall wäre aber auch ohne die Ablenkung durch WhatsApp zustande gekommen, hieß es damals in der Urteilsbegründung des Schöffengerichts. Die 34-Jährige sei mitschuldig an dem Unfall, weil sie mit etwa 60 Kilometern pro Stunde viel zu langsam auf die Autobahn fuhr, so das Gericht. Die Mutter hatte ihren Pkw zum Unfallzeitpunkt von der Standspur zurück auf die Autobahn gelenkt.

Bei der Kollision wurde sie lebensgefährlich verletzt und starb wenig später in einem Krankenhaus. Ihr damals 8 Monate alte Sohn erlitt bei dem Unfall schwere Prellungen am Kopf. Der Vater des Kindes trat in dem Verfahren als Nebenkläger auf und hatte damals ebenso wie die Staatsanwaltschaft gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.05.2018 | 14:00 Uhr

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