Stand: 11.01.2019 11:24 Uhr

Kein Bombenfund am Landgericht Kiel

Großeinsatz der Polizei am Freitagvormittag am Landgericht in Kiel: Wegen einer Bombendrohung musste das Gebäude evakuiert und durchsucht werden. Beamte mit Spürhunden sowie der Kampfmittelräumdienst durchsuchten das Gerichtsgebäude und die Umgebung ab. Dabei wurde nichts Verdächtiges gefunden. Auch in Hamburg, Potsdam, Magdeburg, Erfurt, Saarbrücken und Wiesbaden waren laut Polizei Drohungen per E-Mail eingegangen.

Barley verurteilt Drohungen gegen Landgerichte

Die Generalbundesanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) verurteilte die Bombendrohungen als Angriff auf die Justiz und das demokratische Gemeinwesen: "Diese Straftaten müssen mit allem Nachdruck aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden."

Wer steckt dahinter?

Die Drohung gegen das Kieler Landgericht war mit "nationalsozialistische Offensive" gezeichnet. Das bestätigte der Kieler Polizeisprecher Oliver Pohl. Er mahnte aber, keine vorschnellen Schlüsse zu ziehen: "Nur weil da jetzt nationalsozialistische Offensive draufsteht, heißt das nicht, dass es automatisch rechte Kräfte sein müssen. Das könnten linke Kräfte sein, das könnten andere Kriminelle sein, das könnten auch Spaßvögel sein." Der Absender "nationalsozialistische Offensive" ist den Behörden in Bund und Ländern nach Angaben des Bundesinnenministeriums schon öfter untergekommen. "Es handelt sich um einen oder mehrere Personen, die als Vielschreiber wiederholt Drohungen gegenüber verschiedenen Institutionen geäußert hat beziehungsweise haben", sagte ein Sprecher des Ministeriums.

Zeitgleich weitere Bombendrohungen in Deutschland

Auch in weiteren deutschen Städten gab es Bombendrohungen. Überall gaben die Behörden nach Überprüfungen Entwarnung. In Hamburg musste das Gerichtsgebäude laut Polizei nicht geräumt werden. In allen Fällen ging laut Polizei auch hier die Drohung per E-Mail ein. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist noch unklar. Man arbeite mit den anderen betroffenen Bundesländern zusammen, sagte Pohl. Die Ermittlungen werden beim Generalbundesanwalt in Karlsruhe gebündelt.

Schützenwall gesperrt

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Bundesweit waren am Freitag Landgerichte von Bombendrohungen betroffen - wie auch hier in Kiel.

Die Bombendrohung in Kiel ging nach Angaben der Polizei in der Nacht zu Freitag beim Gericht ein. Wegen des Einsatzes war in Kiel auch der Schützenwall stadteinwärts gesperrt. Autofahrer mussten mehr Zeit einplanen. Gerichtsverhandlungen fielen aus.

Bereits Drohungen im Dezember

In den vergangenen Wochen hatten Bombendrohungen an den vier Landgerichten in Schleswig-Holstein und in einem Einkaufszentrum in Heide die Einsatzkräfte auf Trab gehalten. Verdächtige Gegenstände wurden in keinem der Fälle gefunden. Ob es ein Zusammenhang zwischen den Taten gibt, ist noch nicht bekannt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.01.2019 | 09:00 Uhr

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