Kappeln erneuert den historischen Heringszaun

Stand: 06.11.2020 21:19 Uhr

Der Heringszaun von Kappeln (Kreis Schleswig-Flensburg) ist das Wahrzeichen des Ortes. Aber er vermodert. Deshalb hat die Stadt nun Geld in die Hand genommen - und erneuert ihn.

Er ist der letzte seiner Art in Europa: der Heringszaun von Kappeln. Über Jahrhunderte erneuerten ihn die Schleifischer immer wieder. Doch zum Fangen von Heringen wird der hölzerne Zaun schon lange nicht mehr genutzt - und inzwischen ist das Wahrzeichen Kappelns vermodert und marode. Deshalb lässt die Stadt zurzeit 800 Pfähle austauschen. Ihnen hat die Schiffsbohrmuschel zugesetzt - und so für Handlungsbedarf gesorgt. "Es ist nicht schön, wenn Hölzer im Fahrwasser herumtreiben, die sich aus dem Heringszaun gelöst haben. Das kann die Schifffahrt beeinträchtigen", erklärt Projektleiter Philipp Zülsdorff.

Eukalyptusholz soll viel länger halten

Eiche, Birke, Kiefer oder Esche - der Heringszaun besteht bisher aus heimischen Hölzern, die etwa alle zehn Jahre ausgetauscht werden mussten. Das künftige Korsett des Bauwerks soll dreimal so lange halten, weil nun aufrikanisches Eukalyptusholz verwendet wird. Der Austausch der Pfähle kostet eine halbe Million Euro, zu 85 Prozent finanziert aus Landes- und EU-Mitteln. "Für mich ist es mit sehr viel Tradition verbunden", sagt Zülsdorff. "Man kann sich ja schon vorstellen, wie die Fischer früher gemeinsam diese Zäune aufgebaut und erhalten haben." Noch eine Woche, dann wird der östliche Teil des Heringszauns verschwunden sein, und im Januar schließlich kommen hier die Pfähle aus Afrika in den Schleiboden.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Blue | Schleswig-Holstein Magazin | 06.11.2020 | 19:30 Uhr

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