Stand: 20.09.2019 11:33 Uhr

Kampfjet verliert Tanks - Suche nach Ursache läuft

Ein Tornado mit zwei Außentreibstofftanks unter den Tragflächen. (Archivbild)

Wie konnte ein Tornado-Jet vom Fliegerhorst in Jagel (Kreis Schleswig-Flensburg) während eines Übungsflugs einfach so zwei Tanks verlieren? Das ist die große Frage am Tag nach dem Vorfall. Am Donnerstag waren die leeren Kraftstoffbehälter aus einer Höhe von sechs Kilometern in die Feldmark zwischen Ratekau un Pansdorf im Kreis Ostholstein gefallen - ganz nah dran an Wohnhäusern und der A1. Die beiden Tanks wiegen je 125 Kilogramm. Sie wurden von der Bundeswehr am Freitag abtransportiert. Parallel dazu läuft die Ursachenforschung. Verletzte gab es nicht.

Es gibt zwei mögliche Ursachen, sagt Jet-Experte Thomas Wassmann, ehemaliger Waffensystemoffizier bei der Bundeswehr. Zum einen könnte das Notsystem zum Absprengen der Tanks aufgrund eines technischen Defekts ausgelöste haben. Oder die Crew an Bord hat einen Fehler gemacht in der Bedienung. Mögliche Konstruktionsmängel, die sich jetzt auch an anderen Tornados bemerkbar machen könnten, schließt Wassmann aus: "Wenn das so wäre, wäre das wesentlich häufiger schon vorgefallen und man hätte das mit Sicherheit auch schon in irgendwelcher Form korrigiert."

Ursache für Tank-Abstürze noch unklar

Ein Luftwaffen-Sprecher erklärte, dass nun ein Flugsicherheitsoffizier im Geschwader den betroffenen Jet untersucht und die Crew befragt. Die Ergebnisse sollen dann in einem Bericht zusammengefasst werden. Wie lange es dauert, bis die Ursache für den Verlust der Tanks endgültig feststeht, kann die Luftwaffe nach eigenen Worten aktuell noch nicht abschätzen. Die Kampfjets werden laut Luftwaffe regelmäßig gewartet.

Feldjäger sperrten das Gebiet weiträumig

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Feldjäger der Bundeswehr stehen an einem Feld in der Nähe von Ratekau, wo ein Tornado-Tank liegt.

An der Suche nach den Tanks beteiligten sich Donnerstagabend auch die Polizei und die Feuerwehr. Nach Angaben der Rettungsleitstelle Süd wurde vorsorglich auch der Löschzug Gefahrgut der Feuerwehr angefordert. Nachdem das erste verlorene Teil gefunden worden war, sperrten Feldjäger der Bundeswehr das Gebiet weiträumig ab.

Entdeckt hatte den ersten Tank eine Anwohnerin beim Abendspaziergang mit ihren Hunden. "Ich habe das Ding auf dem Acker liegen sehen", erzählt sie. "Ich habe meine Nachbarn angerufen und gesagt, hier liegt was Komisches rum. Und dann haben wir unseren Dorfsheriff angerufen. Dann kam der und dann kamen mit einem Mal alle, die Rang und Namen haben."

Am Freitagmorgen wurde auch der zweite Tank gefunden. Das bestätige ein Sprecher der Luftwaffe NDR Schleswig-Holstein. Einsatzkräfte entdeckten ihn in etwa eineinhalb Kilometer Entfernung. Auch das Gebiet rund um den zweiten gefundenen Behälter wurde abgesperrt.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 19.09.2019 | 22:00 Uhr

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