Stand: 02.02.2019 14:42 Uhr

Kalifornien: Wenn der Strand wandert

Das Wasser spült den Sand am Strand von Kalifornien weg. So stark, dass man wie hier, oft die Steinsockel der Dünen sieht.

Kalifornien im Kreis Plön ist bekannt für seinen Sandstrand. Schleswig-Holsteiner und Touristen aus der ganzen Bundesrepublik genießen hier im Sommer Sonne und Meer. Doch der schöne Sandstrand Kaliforniens muss Jahr für Jahr neu aufgeschüttet werden, bevor die ersten Touristen kommen. Denn die Winterstürme peitschen das Wasser auf - und das spült den Sand fort - trotz Steinbuhnen. Teilweise sind hier nur noch die Steinsockel der Dünen zu sehen.

"Gebiete wachsen in Ostsee hinein"

"Der Sand wird raus getragen in die Ostsee. Und er landet einige Hundert Meter vor der Küste, ist aber nicht weg, sondern erhöht den Meeresboden dort. Das heißt, dort wachsen die Gebiete in die Ostsee hinein", erklärt Klaus Schwarzer vom Institut für Geowissenschaften der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU). Einen Teil des weggetragenen Sandes aus Kalifornien transportiert die Strömung Richtung Kieler Förde. In Wendtorf sorgt der Sand aus Kalifornien dafür, dass das Naturschutzgebiet am Bottsand wächst. Die Hafeneinfahrt droht hier regelmäßig zu versanden. In Laboe hat der Sand breite Strände geschaffen. Das Wasser ist hier so flach geworden, dass man viele hundert Meter in die Ostsee hinein laufen kann.

"Dann haben wir irgendwo ein Loch"

Mit Buhnen zu versuchen, den Sand festzuhalten, bringt nach Beobachtungen von Schwarzer meist wenig. Ein Beispiel dafür, was passieren kann, wenn der Mensch in Strömungssysteme eingreift, ist für Schwarzer eine große Steinbuhne auf Höhe des Marineehrenmals in Kiel. Vor der Buhne wird das Wasser immer flacher. Im Strömungsschatten ist der Strand dagegen fast vollständig verschwunden. "Alles das, was ich an einer Stelle festhalte, kann an der anderen Stelle nicht mehr ankommen. Dann fehlt es dort. Dann haben wir irgendwo ein Loch, weil nichts mehr ankommt", bilanziert der Geologe.

"Eine Küste braucht Raum"

Statt mit Buhnen und Wellenbrechern könne man Stürmen und Wellen auch mit vorgelagerten Sandbänken und Flachwasserbereichen die Kraft nehmen, so Schwarzer. "Wir können ein dynamisches System wie eine Küste nicht fixieren. Eine Küste braucht Raum", betont der Wissenschaftler. Ein Teil des Sandes, den die Winterwellen wegtragen, kommt in Kalifornien übrigens von alleine zurück. Nicht der ganze Sand wird in Richtung Laboe transportiert. Sobald das Meer wieder ruhiger wird, wächst der Strand wieder etwas an. Was noch fehlt, muss nachgeschüttet werden.

Weitere Informationen

Sturmtief "Zeetje" brachte Hochwasser

02.01.2019 12:00 Uhr

Der starke Nord-West-Wind hat für mindestens 100 Einsätze im Land gesorgt. An der Ostsee hat eine Sturmflut in Lübeck, Kiel und Flensburg die Uferregionen überschwemmt. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 02.02.2019 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

02:36
Schleswig-Holstein Magazin
03:09
Schleswig-Holstein Magazin