Stand: 13.01.2018 07:00 Uhr

Junglandwirte üben Geburtshilfe an Kuhdummy

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Seit Oktober 2017 können angehende Landwirte an diesem Kuhdummy lernen, wie sie einem Kalb auf die Welt helfen.

Am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp (Kreis Plön) lernen junge Landwirte alles über die Rinderzucht. Ein wichtiger Bestandteil ihrer Ausbildung ist die Geburtshilfe. Für diese Einheit hat sich Ole Lamp, der Fachbereichsleiter wenn es ums Thema Rinder geht, etwas besonderes ausgedacht. Aus Kanada hat er einen Kuhdummy im Oktober 2017 importieren lassen, der kostet 17.000 Euro und wurde von der Firma hergestellt, die auch die Dinos im Blockbuster Jurassic Park zum Leben erweckt hat.

Ein Kuh-Dummy aus Silikon. © NDR

Mit dem Kuhdummy die Geburt proben

Schleswig-Holstein Magazin -

In Futterkamp lernen angehende Landwirte eine Woche lang alles über die Rinderzucht. Mit Hilfe eines Silikonkalbes wird die Geburtshilfe geübt.

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Verschiedene Geburtsszenarien möglich

Bei dem Dummy, den Ole Lamp auf den Namen "Betti" getauft hat, handelt es sich nicht um eine komplette Kuh, vielmehr wurde der Rumpf des Tieres aus Glasfaserkunststoff nachgebaut. Darin befindet sich ein Kalb aus Silikon mit einem Eisengestänge darin, das 25 Kilo wiegt. Somit lässt sich das nachgebildete Tier nicht verbiegen und kommt einem realen Kalb sehr nah. Ausbilder Lamp kann das Silikonkalb auf verschiedene Art und Weise im Rind platzieren, etwa Gelenke verdrehen, wie es in der Praxis der Fall ist.

Generalprobe für die schwere Geburt

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25 Kilo wiegt das Silkonkalb, es ist einem echten Tier nachempfunden.

Wie das Kalb in "Bettis" Rumpf liegt, das wissen die Lehrlinge nicht. Sie greifen von hinten in den Dummy und tasten. Dann müssen sie entscheiden: Ist ein Kaiserschnitt notwendig oder kann das Kalb auf normalem Wege, mit etwas Hilfe vom angehenden Landwirt das Licht der Welt erblicken. "Das ist ein bisschen schwerer zu ertasten, weil es nur Gummi ist, man muss es schon stark fühlen, aber es stellt es eigentlich ganz gut dar", sagt Milena Schatt, eine angehende Landwirtin aus Dithmarschen. "Hier haben die Auszubildenden die Möglichkeit, sich selbst eine Systematik für die Geburtshilfe anzueignen", erklärt Ole Lamp. Das Gute an der Laborgeburt: Die Auszubildenen haben keinen Zeitdruck, sie werden nicht von erfahrenen Kollegen unter Druck gesetzt und vor allem kann ruhig mal ein Fehler passieren.

So ist es auch heute im Klassenraum, als Milenas Klassenkamerad Dirk das Silikonkalb aus "Betti" herauszieht, soll sie es auffangen. Doch sie ist überrascht, wie schwer das Kleine ist, und lässt es prompt fallen. "Das war schon erschreckend", erklärt Milena. Wegen eben diesen Situationen ist der Dummy für die Schüler wichtig, denn in der Realität sind sie mit der Kuh und der schweren Geburt oft allein.

"Betti" soll auch erfahrenen Landwirten helfen

Der Dummy ist der erste seiner Art in Schleswig-Holstein, deutschlandweit gibt es bereits einen Kuhdummy in Hannover und einen in Baden-Württemberg. Das Land Schleswig-Holstein hat die Anschaffung des Dummys mit 50 Prozent bezuschusst. Die Rinderzucht ist der wichtigste Bestandteil der schleswig-holsteinischen Landwirtschaft, knapp 45 Prozent der gesamten Erlöse stammen aus den Verkäufen von Milch, Rindfleisch und Rindern.

2016 kamen in Schleswig-Holstein insgesamt 430.000 Kälber zur Welt. Damit diese Geburten immer reibungsloser verlaufen, will Ole Lamp in Zukunft mit "Betti" auf Höfe gehen und erfahrenen Landwirten weitere Tipps und Tricks für die sichere Geburt geben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.01.2018 | 19:30 Uhr

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