Ein Hybridbus und ein Dieselfahrzeug stehen in einer Halle. © NDR Foto: Christian Nagel

Jobticket für Schleswig-Holstein kommt - Pendler sparen Geld

Stand: 02.10.2020 11:04 Uhr

In Schleswig-Holstein ist ein neues Jobticket für Pendler auf der Zielgeraden. Damit könnte beispielsweise ein Monatsticket in Kiel für Pendler am Ende nicht mal zwei Euro kosten.

Land und Verkehrsunternehmen haben sich auf ein Modell verständigt, das sowohl einen Zuschuss des Landes als auch einen verpflichtenden Arbeitgeberanteil vorsieht. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer können damit bis zu 50 Euro monatlich sparen. Liegt der Arbeitgeberzuschuss bei 15 Euro, kommen noch 10 Euro Rabatt dazu. Bei diesem Modell spart der Pendler jeden Monat also 25 Euro. Liegt der Arbeitgeberanteil bei 30 Euro, kommen sogar 20 Euro Rabatt dazu. Die Ersparnis für den Pendler liegt damit bei 50 Euro. Besonderer Anreiz beim Jobticket mitzumachen: Der Zuschuss ist für die Beschäftigten steuerfrei. Die Unternehmen wiederum dürfen ihn von der Steuer absetzen. Gleichzeitig könnten Arbeitgeber mit dem neuen Jobticket-Angebot für Arbeitskräfte attraktiver werden.

Jobticket soll auch für kleine Firmen attraktiv sein

Damit auch kleinere Unternehmen ins Boot geholt werden, liegt die Mindestabnahmemenge für das Jobticket in Zukunft bei fünf Tickets je Firma. Beim Firmenabo, welches den Unternehmen bisher geringe Rabatte gewährt, sind es bislang noch zehn. Das neue Jobticket soll das Firmenabo im April ablösen. Nutzen können Pendler es dann ab Mai.

In Kiel schon mit zwei Euro dabei

Laut Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs können Pendler mit der neuen Variante mehr sparen: „Das Jobticket ermöglicht es, jetzt deutlich günstiger als vorher den Weg von zu Hause zur Arbeitsstätte zu bestreiten. Beispielsweise in Kiel jetzt unter zwei Euro innerhalb des Kieler Stadtbereiches. Aber auch die Stadt-Umlandverkehre werden deutlich günstiger und damit deutlich attraktiver für Pendlerinnen und Pendler.“

Finanzspritze des Landes soll Jobticket voranbringen

Das Land steuert für das Jobticket zwei Millionen Euro bei - um mögliche Einnahmeausfälle auszugleichen und in einen verstärkten Betrieb zu investieren. Aus der Wirtschaft kommt Zustimmung: Man begrüße die Einführung des Jobtickets, heißt es vom UV Nord. "Es kann helfen die Mitarbeiterzufriedenheit zu stärken, es kann eine positive Zusatzleistung im Wettbewerb um neue Mitarbeiter sein und es kann einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz leisten."

UV Nord und DGB Nord sehen im ÖPNV noch Nachbesserungsbedarf

Skeptisch sieht der Arbeitgeberverband allerdings, ob das bisherige ÖPNV Angebot ausreicht, um noch stärker angenommen zu werden. "Voraussetzung ist, dass die Erreichbarkeit des Arbeitsortes zur gewöhnlichen Arbeitszeit auch durch den ÖPNV abgedeckt wird und, dass die zeitlichen Belastungen im Vergleich zur individuellen Anreise attraktiv bleiben. In einem Flächenland wie Schleswig-Holstein  wird das sicherlich die zukünftige Herausforderung sein", so ein Sprecher.

Für Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord war das Jobticket "überfällig", wie er sagt. "Wir haben es seit Jahren gefordert. Das neue Angebot kann nur ein Einstieg sein in Vergünstigungen und Qualitätsverbesserungen für Pendlerinnen und Pendler, gerade in Corona-Zeiten."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 02.10.2020 | 12:00 Uhr

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