Stand: 14.01.2020 12:56 Uhr

Jeder vierte Schüler hat psychische Probleme

Fast ein Viertel aller Schulkinder aus Schleswig-Holstein zeigt psychische Auffälligkeiten. Das geht aus dem aktuellen Kinder- und Jugendreport der DAK-Gesundheit "Ängste und Depressionen bei Schulkindern" hervor. Die Universität Bielefeld hat im Auftrag der Krankenkasse die Daten von rund 41.000 Kindern in Schleswig-Holstein ausgewertet. Hochgerechnet sind insgesamt etwa 9.500 Schulkinder in Schleswig-Holstein betroffen, Mädchen doppelt so häufig wie Jungen.

Depressionen und Angstzustände

Bei mehr als zwei Prozent aller Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 17 Jahren seien Depressionen und Angststörungen diagnostiziert worden. Bei Mädchen traf das dabei doppelt so häufig zu wie bei Jungen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Depressionshäufigkeit 2017 in Schleswig-Holstein um fünf Prozent gestiegen.

Ein junges Mädchen hält sich ihre Hände vor das Gesicht. © dpa-Bildfunk Foto: Nicolas Armer/dpa
Kinder mit psychischen Problemen leiden nach Einschätzung der DAK oft leise.

"Wir wollen das Tabu brechen, das psychische Erkrankungen noch immer umgibt", erklärte der Leiter der DAK-Landesvertretung, Cord-Eric Lubinski. "Die betroffenen Kinder leiden oft leise, bevor sie eine passende Diagnose bekommen. Wir müssen aufmerksamer werden - ob in der Familie, in der Schule oder im Sportverein - und nachhaltig helfen." Jüngere Kinder fallen laut DAK-Bericht am häufigsten durch Entwicklungsstörungen wie Sprach- und Sprechstörungen auf. Auch Verhaltensstörungen wie etwa ADHS sind verbreitet.

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Die Studie zeigt, dass Stadtkinder zwischen 15 und 17 Jahren häufiger eine diagnostizierte Depression haben als Gleichaltrige vom Land. In Städten gibt es auch ein dichteres Angebotsnetz an niedergelassenen Fachärzten. So haben Stadtkinder mit Depressionen 33 % mehr Besuche bei Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten pro Jahr als Gleichaltrige aus ländlichen Gebieten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.01.2020 | 14:00 Uhr

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