Stand: 30.04.2019 20:33 Uhr

Islamistischer Extremismus bleibt Hauptproblem in SH

Bild vergrößern
Innenminister Hans-Joachim Grote: "Die abstrakte Gefährdungslage ist unverändert hoch."

Der islamistische Extremismus ist laut Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) die größte Herausforderung für die Sicherheitsbehörden in Schleswig-Holstein. Das teilte der Minister am Dienstag im Rahmen der Vorstellung des Verfassungsschutzberichtes mit. "Die abstrakte Gefährdungslage ist unverändert hoch", erklärte Grote. Die Festnahme von drei Männern in Dithmarschen Ende Januar, die einen islamistischen Terroranschlag vorbereiteten, habe gezeigt, "dass mit Anschlägen auch hier jederzeit gerechnet werden muss".

Hoher Beobachtungsaufwand für Islamisten-Szene

Die Zahl der Islamisten im Norden stieg 2018 im Vergleich zu 2017 von 550 auf 645. Der Verfassungsschutzbericht liefert eine mögliche Erklärung: "Ein Grund für den Anstieg könnte die weiterhin verstärkte Aufklärung des Dunkelfeldes der salafistischen Strukturen durch die fortlaufende Ermittlungsarbeit der Sicherheitsbehörden in Schleswig-Holstein sein."

Nach Angaben des Ministers sind derzeit 33 Personen aus Schleswig-Holstein für den sogenannten Islamischen Staat (IS) in den Krisengebieten im Irak und in Syrien. Es gibt laut Grote aktuell zwar keine Hinweise darauf, dass eine der 33 Personen nach Schleswig-Holstein zurückkommen wird. Trotzdem müssten sich die Sicherheitsbehörden auf diesen Fall vorbereiten. Der Beobachtungsaufwand sei groß, sagte Grote, da die islamistische Szene immer besser vernetzt sei.

Eine Person hat ein Tuch so um den Kopf gelegt, dass das Gesicht nicht zu erkennen ist, in den Händen hält die Person ein Maschinengewehr.

Syrien: Die letzte IS-Enklave kurz vor dem Fall?

Weltbilder -

Die Djihadisten kämpfen erbittert, aber die letzte Bastion des sogenannten Islamischen Staates in Baghus scheint kurz vor dem Fall zu sein. Ein Ende des Krieges ist das jedoch nicht.

5 bei 2 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Download

Politisch motivierte Gewalttaten werden weniger

Gesunken ist nach Angaben des Innenministers die Zahl der politisch motivierten Gewalttaten - von 79 im Jahr 2017 auf 47 im vergangenen Jahr. Der Grund dafür sei möglicherweise die weniger hitzig geführte Debatte über die nach Deutschland kommenden Geflüchteten, so Grote. Die Anzahl der Übergriffe auf Geflüchtete ging deutlich zurück.

Gegen Unterkünfte für Asylbewerber registrierten die Behörden 2018 vier Straftaten, im Jahr zuvor waren es noch neun Delikte gewesen. Diese Entwicklung entspreche dem Bundestrend, sagte der Leiter des Staatsschutzes im Landeskriminalamt, Michael Sörnsen.

Weitere Informationen

Dithmarschen: Bombenbau mit Kochtopf und Nägeln?

Ende Januar hatte die Polizei drei terrorverdächtige Iraker in Dithmarschen festgenommen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie eine Bombe mit einem Kochtopf und Nägeln bauen wollten. mehr

Terrorverdächtige in Dithmarschen festgenommen

In Meldorf und Elpersbüttel sind drei Iraker festgenommen worden, die einen Anschlag in Deutschland geplant haben sollen. Die Bundesanwaltschaft bestätigte "Bezüge" zum IS - aber keinen Auftrag. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 30.04.2019 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein

04:45
Schleswig-Holstein Magazin
09:52
Schleswig-Holstein Magazin
02:41
Schleswig-Holstein Magazin