In Kiel gebaute Korvette auf dem Weg nach Israel

Stand: 17.11.2020 16:49 Uhr

Vor knapp einer Woche hatte die Israelische Marine ein neues Kriegsschiff von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) in Kiel übernommen. Nun brach die "INS Magen" in Richtung Haifa auf.

Bereits am frühen Dienstagmorgen verließ das Kriegsschiff den Hafen in Kiel. Nach der Schleusung in Holtenau setzte es seinen Weg durch den Nord-Ostsee-Kanal (NOK) fort. Begleitet wurde das Kriegsschiff von Beamten der Landes- und der Bundespolizei - an Land und auf dem Wasser. Auf den Brücken entlang des NOK positionierten sich bei der Passage jeweils Sicherheitskräfte. Auch am Rand beobachteten die Einsatzkräfte die Überführung. In der Luft kreiste ein Hubschrauber der Bundespolizei. Das Ziel ist Haifa. In etwa zwei Wochen soll die "INS Magen" den israelischen Hafen erreichen, wo die Korvette dann mit Waffensystemen ausgerüstet werden soll. Die Indienststellung ist für das kommende Jahr geplant.

Weitere Schiffe folgen

Die Übergabe des ersten Schiffes an die Israelische Marine der sogenannten Sa'ar-6-Klasse war am 11. November in Kiel aufgrund der Corona-Pandemie klein ausgefallen. Statt wie sonst üblich bei der Übergabe von Schiffen an die Marinen dieser Welt, gab es dieses Mal keine feierliche Zeremonie mit Gästen aus Politik und Wirtschaft. Israel hat bei der Kieler Werft insgesamt vier Korvetten von dem Typ bestellt. Sie entstehen in Zusammenarbeit von TKMS mit der Werft German Naval Yards (GNYK). Der Vertrag für die Schiffe war im Mai 2015 unterzeichnet worden. Die restlichen Schiffe sollen 2021 ausgeliefert werden.

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Ein Schiff der israelischen Marine liegt vor einer Werft in Kiel. © NDR Foto: Christian Wolf

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Die restlichen Schiffe sollen 2021 ausgeliefert werden. Die Baukosten für alle vier Korvetten liegen bei 450 Millionen Euro. mehr

450 Millionen Euro für vier Schiffe

Die Kosten für die insgesamt vier Korvetten belaufen sich auf insgesamt 450 Millionen Euro. Die Bundesregierung beteiligt sich mit rund 115 Millionen an dem Projekt. Deutsche Rüstungslieferungen nach Israel sind wegen des Nahost-Konflikts allerdings umstritten. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte den Export der vier Patrouillen-Korvetten mit der besonderen Verantwortung Deutschlands für Israel begründet.

Israel will Gas-Förderplattformen im Mittelmeer schützen

Die Korvetten mit Tarnkappentechnik sind 90 Meter lang und 13 Meter breit. Sie haben eine Verdrängung von 1.900 Tonnen. An Bord werden etwa 80 Besatzungsmitglieder im Einsatz sein. Israel will mit den Schiffen vor allem Gas-Förderplattformen im Mittelmeer schützen. Rund 70 Prozent des Stroms in Israel wird aus Gas von Feldern vor der Küste gewonnen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 11.11.2020 | 12:00 Uhr

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