Btitta Janzen, Besitzerin von Wolle & Wunder in Kiel, lächelt auf einem Selfie. © Privat

Impfung mit AstraZeneca: Ein komisches Gefühl schwingt mit

Stand: 31.03.2021 15:01 Uhr

Und jetzt? Das fragen sich vermutlich all jene, die bereits eine AstraZeneca-Impfung bekommen haben. Denn auch Schleswig-Holstein setzt die Impfungen mit dem Wirkstoff für Menschen unter 60 Jahren aus - so wie es die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt.

Auch Britta Janzen aus Kiel-Schilksee wurde in der vergangenen Woche mit AstraZeneca geimpft. Nun setzt die neue Empfehlung der STIKO alles in ein neues Licht - und Britta Janzen ist verunsichert, wie vermutlich viele Menschen in Schleswig-Holstein. Der zweite Impf-Termin der 49-Jährigen war für Juni geplant. NDR Schleswig-Holstein hat mit der Mutter zweier Kinder und Inhaberin eines Wollgeschäftes gesprochen.

Als Sie die Impfung mit AstraZeneca bekommen haben, da gingen ja auch schon ein paar Fälle durch die Presse, bei denen ein Zusammenhang zwischen der Impfung und schweren Komplikationen oder sogar Todesfälllen nicht auszuschließen waren.

Britta Janzen: Ja, aber da habe ich noch gedacht: Das sind so wenige Fälle. Ich habe mich wirklich in erster Linie gefreut. Ich habe mich erleichtert gefühlt. Vor der Impfung habe ich mir große Sorgen gemacht. Denn bei mir wäre ein schwerer Covid-Verlauf oder langfristige Folgen sehr wahrscheinlich. Ich war also ziemlich euphorisch nach der Impfung.

Jetzt ist es aber so, dass Menschen unter 60 Jahren erst mal nicht mehr geimpft werden sollen. Dazu gehören Sie auch. Wie geht es Ihnen damit?

Janzen: Ich habe erst mal gedacht: Na toll. Aber so richtig große Sorgen mache ich mir nicht, weil die Wahrscheinlichkeit, dass Komplikationen auftreten, offenbar sehr gering ist. Aber natürlich stelle ich mir trotzdem Fragen. Und ich habe meine Hausärztin angetickert. Ich wollte von ihr wissen: Worauf soll ich jetzt achten? Ist es schlimm, wenn ich jetzt plötzlich Kopfschmerzen kriege? Sollte ich dann möglichst schnell zum Arzt kommen? Wenn man zum Beispiel ein kaltes Wasser trinkt - und dann sticht es deshalb im Kopf, dann denkt man gleich: Oh, oh, was ist jetzt los?

Was wäre denn für Sie wichtig, um Ihre Sorge zu verringern?

Janzen: Ich wundere mich, dass zum Beispiel das Bundesgesundheitsministerium nicht so ein flächendeckendes Screening anstößt. Es wäre doch eine Idee, alle Frauen, die das erste Mal geimpft wurden, werden jetzt genauer untersucht. Oder man macht Blutuntersuchungen, um Frühzeichen zu erkennen und das zu begleiten. Sowas würde ich mir wünschen.

Wie viel Vertrauen haben Sie persönlich noch in diesen Impfstoff?

Janzen: Da mag ich mir im Moment noch keine Meinung bilden, weil uns viel zu wenig Informationen darüber vorliegen. Zum Beispiel zu wenig Informationen darüber, ob es gut ist, beim zweiten Mal mit einem anderen Impfstoff geimpft zu werden. Im Vorfeld hieß es ja immer, dass man das nicht machen sollte. Jetzt hört man, dass man mit Biontech nachimpfen könnte. Ich warte jetzt ein bisschen ab, bis es mehr Informationen gibt.

Das Interview führte NDR 1 Welle Nord Moderator Julian Krafftzig.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Moin! Der Tag in Schleswig-Holstein | 31.03.2021 | 16:10 Uhr

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