Stand: 27.02.2020 11:04 Uhr

Land wirbt um Nachwuchs mit Migrationshintergrund

von Linda Ebener

Sie wollen junge Frauen und Männer mit Migrationshintergrund für eine Ausbildung im Öffentlichen Dienst begeistern: die Aussteller auf einer besonderen Ausbildungsmesse - etwa das Bildungsministerium, die Landespolizei und die Steuerverwaltung. Die Messe, organisiert von Arbeitsagentur, Staatskanzlei und Türkischer Gemeinde, richtete sich speziell an junge Erwachsene, die etwa aus Migrantenfamilien kommen. Sie fand am Mittwoch in Lübeck statt. Durch den demografischen Wandel fehlt dem öffentlichen Dienst absehbar Personal. Ihr Anteil unter den Mitarbeitern im öffentlichen Dienst beträgt zur Zeit 6,3 Prozent, in der gesamten Bevölkerung sind es rund zwölf Prozent.

Studentin will sich umorientieren

Zwei Frauen unterhalten sich über Ausbildungsberufe, die eine trägt ein Kopftuch.  Foto: Linda Ebener
Melek Levent (r.) informiert sich auf der Ausbildungsmesse über Alternativen zu ihrem Lehramtsstudium.

Eine der Teilnehmerinnen in Lübeck war Melek Levent. Sie studiert momentan im ersten Semester Lehramt mit den Fächern Französisch und Politik. Ganz zufrieden ist sie allerdings noch nicht, deshalb hoffte sie, dass sie bei der Ausbildungsmesse eine Alternative findet. Denn irgendwie reizt sie auch die Mathematik - aber vor dem Studienfach hat sie Respekt. "Ich hab schon viel gehört, dass das Mathestudium besonders schwer sein soll, da trau ich mich nicht ran", sagt Levent. Sie sucht eine Kombination aus Lehramt und Wirtschaft. Denn auf der einen Seite will sie unbedingt Kinder unterrichten und mag es vor Gruppen zu stehen, auf der anderen Seite kann sie sich auch gut vorstellen, mit Zahlen zu jonglieren. Geht das und wo geht das? Gibt es überhaupt Bereiche wo das kombinierbar ist? Das waren Levents Fragen an die Aussteller.

Aussteller haben unterschiedliche Ratschläge

Levent informierte sich bei verschiedenen Institutionen, darunter waren die Staatskanzlei, das Bildungsministerium und die Arbeitsagentur. Das Bildungsministerium riet ihr unter anderem vielleicht doch ein Studienfach zu tauschen und stattdessen Mathematik zu studieren. Für Levent ist das aber erst mal keine Option. Bei der Beratung der Arbeitsagentur gab es einen hilfreichen Lösungsvorschlag. Ute Hoffmeister argumentierte dafür, ihr Lehramtsstudium weiterzuführen - mit einer für Levent interessanten Begründung: "Als Lehrerin haben Sie einen alternativen Arbeitsmarkt offen. Zum Beispiel pädagogische Berufe außerhalb der Schule, die Arbeit in Ministerien oder auch Schulbuchverlagen. Die Option ist da, aber umgekehrt ist sie eben nicht da, wenn Sie aus dem Lehramt rausgehen und dann vielleicht sagen - Schule wäre aber schön gewesen." Für Levent war das einleuchtend. Zufrieden und mit einem Lächeln geht sie aus dem Gespräch mit der Arbeitsagentur. Jetzt fährt sie erst mal nach Hause und informiert sich über Weiterbildungen und spätere Alternativen.

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Schleswig-Holstein Magazin | 26.02.2020 | 19:30 Uhr

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