Person tippt auf dem Smartphone © Colourbox

"Ihr Paket ist unterwegs": Betrugs-SMS im großen Stil

Stand: 09.04.2021 11:24 Uhr

Die Polizei warnt vor einer breit angelegten Betrugsmasche: Unzählige Schleswig-Holsteiner haben in den vergangenen Tagen SMS-Nachrichten über ihr Handy bekommen. Der Absender: angebliche Paketzusteller.

"Ihr Paket ist unterwegs, bitte klicken Sie auf folgenden Link, um den Status Ihrer Sendung zu erfragen". So oder ähnlich lauten die Überschriften der sogenannten Phishing-SMS, die zurzeit zu jeder Tages- und Nachtzeit auf Smartphones eintrudeln. Doch genau diesen Link sollte niemand öffnen, warnt die Polizei in Flensburg. "Ansonsten sind die Betrüger in der Lage, Ihre persönlichen Daten, Passwörter oder Kreditkartennummern zu angeln", heißt es in der Polizeimeldung.

Schadsoftware wird heruntergeladen

Die Links bestehen meist aus einem zehnstelligen Buchstabencode und enden mit der Zeichenfolge duckdns.org. Mit dem Anklicken des Links wird eine Schadsoftware heruntergeladen, die den Betrügern einen Fernzugriff auf das betroffene Smartphone ermöglicht. Die kann dann laut Polizei zum Beispiel SMS oder Anrufe an teure Hotlines auslösen und Daten vom Handy klauen. Die Phishing-Mails können auch per E-Mail, WhatsApp und weitere Messenger-Anbieter, über Briefe und per Telefonanruf erfolgen.

Reingefallen? Schnell auf Flugmodus

Was tun, wenn man auf die Masche hereingefallen ist? Als erstes sollte der Flugmodus des Handys angeschaltet werden, um alle Datenverbindungen zu kappen. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein empfiehlt, einen Virenscanner zu benutzen, um Schadsoftware zu erkennen. Das Problem ist, dass die sich häufig sehr gut versteckt. Deswegen sollten die Passwörter, die auf dem Telefon gespeichert sind, geändert werden - und zwar am PC und nicht am Handy. Das Telefon sollte man laut Verbraucherzentrale dann auf Werkseinstellungen zurücksetzen.

Polizei nimmt Anzeigen entgegen

Wer Online-Banking mit dem Handy macht, sollte sicherheitshalber seine Bank informieren, damit sie ein Auge auf verdächtige Kontobewegungen hat. Insgesamt gilt: SMS ignorieren und löschen. Wer möchte, kann die Polizei informieren. In Flensburg haben dies bereits Dutzende getan. Die Betrugsmasche tritt nicht nur in Schleswig-Holstein, sondern in vielen Bundesländern auf.

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Dieses Thema im Programm:

Guten Morgen Schleswig-Holstein | 09.04.2021 | 09:10 Uhr

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