Stand: 21.10.2017 13:29 Uhr

IBG-Haus-Insolvenz: Für viele noch ein Trauma

von Christian Wolf

Ein Haus im Grünen, gebaut nach den eigenen Wünschen - das ist der Traum vieler Menschen. Doch für Tausende Häuslebauer aus ganz Deutschland ist dieser Traum zum Albtraum geworden, ausgelöst durch die Insolvenz der IBG-Haus aus Büdelsdorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Ende 2012 konnte das Bau-Unternehmen seine Rechnungen nicht mehr bezahlen. In der Folge wurden viele Häuser nicht fertig. Viele haben aufgegeben und Bauruinen hinterlassen. Andere wiederum haben gekämpft und hoffen noch heute auf ein wenig Geld vom Insolvenzverwalter. Vom kommenden Mittwoch an müssen sich zwei ehemalige Geschäftsführer der IBG-Haus und ein Steuerberater vor dem Kieler Landgericht verantworten, unter anderem wegen Steuerhinterziehung.

Es sollte ein Kapitänshaus werden

Manfred Sellhorn ist einer der Verprellten. Auch er hat der IBG-Haus vertraut. Ein Rückblick: 2010 entscheidet er sich, das Haus seiner Eltern am Rand von Henstedt-Ulzburg (Kreis Segeberg) abzureißen: "Es ging nicht mehr anders, es musste einfach zu viel gemacht werden", erinnert er sich. "Deshalb haben wir uns entschieden, neu zu bauen." Der 54-Jährige erkundigt sich, fängt an zu recherchieren - und stößt so auf IBG-Haus. Das Unternehmen gehört damals zu den größten Anbietern von schlüsselfertigen Häusern bundesweit.

Ein Gefühl von Sicherheit

"Alles war super, die Firma hatte einen tollen Internetauftritt, Sicherheit wurde geboten und Bauzeitgarantien", erinnert sich Sellhorn. Er hat einen guten Eindruck, fühlt sich gut aufgehoben und kann das Haus nach seinen Vorstellungen gestalten. Er unterschreibt einen Kaufvertrag in Höhe von 250.000 Euro. Im August 2010 fangen die von IBG-Haus beauftragten Firmen mit den Arbeiten an. Eigentlich sollen die Bauarbeiten nach einem halben Jahr beendet und die Schlüssel übergeben sein. Doch es kommt damals schon ständig zu Bauverzögerungen.

Der Fluch der IBG-Haus

Skepsis macht sich breit

Sellhorn wird skeptisch. Er fährt nach Büdelsdorf und spricht mit dem zuständigen Mitarbeiter. "Der hat sich allerdings erst verleugnen lassen", erklärt der 54-Jährige. Währenddessen kommt es am Bau immer wieder zu Pfusch. Die Klinker-Verblendung muss erneuert werden, da sie einfach abfällt. Fliesen, Dusche und Badewanne werden rausgerissen. "Ich weiß nicht, was die Monteure gelernt haben, aber von den Arbeiten hatten die keine Ahnung", so Sellhorn. Die sechs Monate Bauzeit sind schon lange nicht mehr einzuhalten.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Guten Morgen Schleswig-Holstein | 25.10.2017 | 08:00 Uhr

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