Hunderte Schlangen im Himmelmoor - Besucher stören Bestand

Stand: 12.05.2021 10:19 Uhr

Nach Schätzungen von Schlangenexperte Christoph Andrijczuk leben etwa 300 Schlangen im Naturschutzgebiet Himmelmoor (Kreis Pinneberg). Die vielen Spaziergänger in Corona-Zeiten sind ihm zufolge ein Problem.

Drei Mal die Woche geht Christoph Andrijczuk für mehrere Stunden durch das 600 Hektar große Naturschutzgebiet, den Blick immer auf den Boden gerichtet. Der Experte sucht Schlangen. Schon vor der Corona-Pandemie hat er weniger Jungtiere entdeckt, und er befürchtet, dass sich die vielen Besucher jetzt weiterhin negativ auf den Bestand auswirken werden. "Insbesondere am Wochenende haben wir hier einen unglaublichen Touristenauflauf." Das sei einerseits sehr schön, andererseits bedeute das Stress für die Schlangen. "Für Tiere, die sehr erschütterungsempfindlich sind wie Schlangen, ist das sehr belastend."

Schlangen ziehen sich zurück - Hunde sind ein Problem

Schlangenexperte Christoph Andrijczuk im Interview. © NDR
Schlangenexperte Christoph Andrijczuk bittet Besucher des Himmelmoors um Rücksicht.

Direkt am Wegesrand sind nicht mehr viele Schlangen zu finden. Laut Andrijczuk verlegen viele ihr Revier in abgelegenere Bereiche, um vor allem nicht von Hunden gestört zu werden. "Die Schlangen haben eine gewisse Giftmenge von 10 bis 18 Milligramm. Was für uns nicht besonders schädlich ist, kann für einen 1,5 Kilogramm schweren Chihuahua schon ganz anders aussehen." Hunde sollten deshalb an die kurze Leine genommen werden.

Bisse von Kreuzottern sind schmerzhaft

Besuchern des Himmelmoors wird empfohlen, die Wege nicht zu verlassen. "Wer eine Kreuzotter sieht, sollte sie auf keinen Fall anfassen", rät der Experte. Der Biss sei nicht tödlich, aber schmerzhaft. Andrijczuk wünscht sich außerdem, dass das Himmelmoor nicht unbedingt für den Individual- und Breitensport genutzt wird.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 11.05.2021 | 19:30 Uhr

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