Stand: 04.05.2018 20:38 Uhr

Holstein Kiel: Frieden mit den "Women"

Nach einigen Tagen Unruhe kann beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel wieder Ruhe einkehren. Die "Holstein Women" bleiben Teil des Vereins. Darauf haben sich die Frauenfußballabteilung und das Präsidium des Klubs geeinigt. Der Verein hatte vor einer Woche mitgeteilt, dass die Frauen aus finanziellen Gründen zu einem anderen Klub wechseln sollen. Zur Begründung hieß es, man wolle seine Kräfte für den Herrenbereich und den männlichen Nachwuchs bündeln. Nach massiven Protesten und Kritik auch von Politikern hat Präsident Steffen Schneekloth nun eingelenkt.

Präsident: "Haben die Situation falsch eingeschätzt"

In einer Pressemitteilung bemühte sich die KSV Holstein am Freitagabend, die Wogen zu glätten. Schneekloth räumte ein, dass der Verein die Situation um die "Holstein Women" falsch eingeschätzt habe. Nach intensiven, internen Gesprächen sei man nun zu einer neuen Einschätzung gekommen. "Dazu haben auch die vielen positiven Signale beigetragen, die wir aus Politik und Wirtschaft vernommen haben", erklärte Schneekloth. "Mit dieser breiten Unterstützung sind wir zuversichtlich, dass wir gemeinsam die Situation für die 'Holstein Women' nachhaltig verbessern können." Die KSV Holstein nutzte ihre Mitteilung auch für einen Appell an die Kommunalpolitik.

Nach entsprechenden Signalen hoffe er, dass sich die Trainings- und Spielbedingungen auf städtischen Plätzen für die Fußballerinnen verbessern werde. Außerdem erwartet Schneekloth von der Wirtschaft, dass sie dazu beiträgt, dass "die Frauen irgendwann auf eigenen Beinen stehen können". Zudem kündigte die KSV an, dass das Präsidium und die "Women"-Abteilung ihre Zusammenarbeit und den Austausch intensivieren wollen.

Trainer der Frauen: "Gemeinsam einen Neuanfang machen"

Worte der Versöhnung fand neben Schneekloth auch Bernd Begunk, der Trainer der 1. Frauen-Mannschaft: "Wir sollten jetzt nicht zurückblicken, sondern gemeinsam einen Neuanfang machen." Er sehe die aktuelle Situation auch als Chance für die "Women", erklärte Begunk. Dafür hätten sie lange gekämpft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.05.2018 | 20:00 Uhr

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