Hochwassergebiete: Neue Helfer aus SH haben Einsatz begonnen

Stand: 27.07.2021 08:29 Uhr

Schleswig-Holstein verlängert den Einsatz in den Katastrophengebieten. Die neuen Helfer kamen am Sonntag an und haben am Montag mit den Arbeiten begonnen.

Im Katastrophengebiet von Rheinland-Pfalz haben etwa 650 neue Hilfskräfte aus Schleswig-Holstein ihren Einsatz begonnen. Sie waren am Sonntag angekommen und lösten fast alle der in der Vorwoche angerückten rund 700 Freiwilligen aus dem Norden ab. Der Kontingentwechsel sei reibungslos verlaufen und am Sonntag gegen 20 Uhr abgeschlossen worden, teilte der Einsatzstab am Montag mit. Die Helfer seien mit 170 Fahrzeugen im Einsatz.

"Die Menschen hier haben oft alles verloren und sind dankbar für jede helfende Hand", erklärte der Leiter des mobilen Führungsstabes, Carsten Herzog. Das Team der psychosozialen Notfallversorgung wurde um sechs Seelsorger aufgestockt, die ausschließlich für die Bevölkerung da sind.

Einsatz verlängert

Rheinland-Pfalz hatte laut Innenministerium in Kiel vergangene Woche um eine Fortsetzung des Einsatzes gebeten. Die Helfer aus Schleswig-Holstein sind aktuell im besonders von der Flutkatastrophe betroffenen Kreis Ahrweiler im Einsatz. Die Frauen und Männer, die bisher vor Ort unterstützt haben, zeigen sich erschöpft und voller Eindrücke: An manchen Stellen könne man kaum erkennen, dass dort eine Stadt gewesen sei, berichtet einer der Helfer. Die Aufgaben im Flutgebiet: Erkunden, Räumen, Bergen, Menschen mit Mahlzeiten versorgen.

Neben dem Technischen Hilfswerk (THW) und ehrenamtlichen Helfern unter anderem von Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Johannitern sind außerdem Feuerwehreinheiten aus Schleswig-Holstein im Einsatz.

Menschen teilweise ohne Strom und Wasser

Die neuen Kräfte bleiben bis voraussichtlich Freitag. Nach wie vor gibt es in den betroffenen Regionen viel zu tun: Die Bilder der Zerstörung seien apokalyptisch und surreal, berichten die Einsatzkräfte vor Ort. "Die Menschen leben hier zum Teil ohne Strom und Wasser", berichtet Jesko Jachens vom THW, "teilweise fehlt bei Häusern eine Hälfte. Und im Nachbarhaus, in dem im Erdgeschoss nur Schlamm ist, müssen die Leute oben noch wohnen."

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