Hervorragende Lehre: Preis für Flensburger Schiffstechnik-Professor

Stand: 02.12.2020 19:10 Uhr

Seine Studierenden hatten ihn bei dem Wettbewerb angemeldet. Nun ist der Flensburger Schiffstechnik-Professor Michael Thiemke Preisträger des Deutschen Maritimen Zentrums für hervorragende akademische maritime Lehre.

Professor Thiemke forscht mit den ganz Großen - und an etwas ganz Großem: Einem "brandneuen Motor, der gerade in die Serie eingeführt wird", erklärt er. Der blaulackierte Motor, groß wie ein Auto, ist ein Prototyp, angetrieben mit Erdgas - mit rund 1.020 PS. Dieser Motor ist die Zukunft von Thiemkes Forschung, er leitet an der Hochschule Flensburg den Studiengang Schiffstechnik.

Preisgeld für moderne Antriebskonzepte

Thiemke wurde nun im Rahmen des 14. Bremer Schifffahrtskongresses der zweite Preis in dem Wettbewerb um hervorragende akademische maritime Lehre verliehen. Eine Ehre, freut sich Thiemke in einer Schaltkonferenz. Er werde das Preisgeld - 1.000 Euro - für einige maritime Teilprojekte der Automatisierung und Digitalisierung am Forschungsstandort Kielseng einsetzen. Dieseltechnik soll effizienter werden, weniger Stickoxide ausstoßen, erklärt Thiemke: "Wir müssen im Umweltschutz mehr tun und beschäftigen uns daher mit modernen Energie- und Antriebskonzepten, Emissionsminderung, alternativen Energieträgern, aber auch mit Fragestellungen aus dem Bereich der immer wichtiger werdenden Automationstechnik und Simulation."

Thiemke liebt Schiffe seit seiner Kindheit

Anlässlich einer Preisverleihung wird eine Person interviewt. © Torsten Haase / Hochschule Flensburg Foto: Torsten Haase
Michael Thiemke, der Flensburger Schiffstechnik-Professor, erhält den zweiten Preis für hervorragende akademische maritime Lehre.

Der Professor ist in Flensburg aufgewachsen, hat seine Freizeit häufig an der Förde verbracht - so entstand sein Interesse für Schiffe und ihre Technik. "Ich habe mich als Kind schon für Wassersport begeistert, fürs Meer und habe natürlich oft Schiffe gesehen. Schiffe fand ich schon immer sehr faszinierend." Nach seinem Studium heuerte Thiemke bei der Flensburger Schiffbau-Gesellschaft FSG an. Er arbeitete dort als Ingenieur an der Entwicklung von Schiffsantrieben. Sein Wissen und sein Netzwerk brachte er 2006 mit an die Hochschule und lässt seitdem auch die Studierenden davon profitieren.

Schifffahrt wird immer komplexer

Und der wissenschaftliche Nachwuchs dankt es ihm mit der Anmeldung zu dem Wettbewerb. Moritz Hector ist einer der Studierenden an der Hochschule Flensburg und bezeichnet Professor Thiemke als großen Motivator: "Er nimmt uns überall mit, wo in seinem Bereich Forschung betrieben wird. Er begeistert einen für das Thema, für das man sich im Studium entschieden hat", so der angehende Schiffsbetriebs-Ingenieur. Thiemke bleibe aber auch sehr objektiv, was die Zukunft und auch die Berufswahl angehe, betont Hector.

Der Flensburger Professor weiß, dass die Schifffahrt immer komplexer wird - und damit auch die Anforderungen an seine Studierenden später im Berufsleben: "Es ist erforderlich, einen sehr engen Kontakt einzugehen, um die Bandbreite der Anforderungen zu vermitteln und die jungen Leute zu befähigen", sagt Michael Thiemke.

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Schleswig-Holstein Magazin | 02.12.2020 | 19:30 Uhr

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