Stand: 13.05.2019 17:00 Uhr

Helmer Krane (FDP) - Kandidat für die Europawahl

Zur Europawahl 2019 haben wir den Spitzenkandidaten aus Schleswig-Holstein einen Fragebogen zugeschickt. Hier lesen Sie die Antworten von Helmer Krane (FDP) sowie einen handschriftlich ausgefüllten Steckbrief. Krane tritt an Position 16 der FDP-Bundesliste an und ist damit der bestplatzierte Kandidat aus Schleswig-Holstein.

Name: Helmer Krane; Alter: 28 Jahre; Beruf: Jurist; Familienstand: ledig; Hier ist mein Zuhause: Bad Bramstedt; Europäisch an mir ist: mein Interesse an anderen Meinungen; Davon habe ich mit 17 geträumt: Japan und die Welt sehen.

Antworten Helmer Krane

Meine erste Europa-Erfahrung: Die eine erste Europa-Erfahrung gibt es nicht. Denn ich hatte das Glück, in und mit der Europäischen Union aufzuwachsen. Meine intensivste europäische Erfahrung habe ich tatsächlich außerhalb der EU gemacht. Mein ERASMUS-Semester hat mich 2012 nach Island geführt, wo ich mit Menschen aus den unterschiedlichsten Ländern und Regionen der Europäischen Union studiert und gelebt habe. Da habe ich die zu Recht viel beschworene europäische Familie wirklich erlebt.

Mein Lieblingsort in Europa: Ein Zug, ein Flugzeug oder ein Auto. Das Geniale an unserem Kontinent ist doch, dass wir hier eine landschaftliche und kulturelle Vielfalt haben, die weltweit einzigartig ist. Es gibt so wahnsinnig viel zu entdecken, so viele verschiedene Orte, in die man sich neu verlieben kann, oder an die man zurückkehren will, wie meine Heimat Bad Bramstedt.

Zu diesem Zeitpunkt habe ich angefangen mich zu engagieren: Als Jugendlicher sehr früh in der Schülervertretung. Mit 15 Jahren wusste ich, dass ich in eine Partei eintreten möchte, mit 18 habe ich mich dann für die Freien Demokraten entschieden.

Und zwar darum: Aufgrund persönlicher Erfahrungen in meiner Jugend hatte ich früh das Bewusstsein dafür, dass ich unserer Gesellschaft und meinen Mitmenschen viel zu verdanken habe. Deshalb wollte ich selbst für andere aktiv werden und habe mich in den vergangenen elf Jahren auch kommunalpolitisch engagiert. Mein Engagement für die EU speist sich aus demselben Antrieb. Ich will, dass jede Bürgerin und jeder Bürger sich frei entfalten und die Chancen unserer europäischen Gemeinschaft für sich nutzen kann.

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FDP-Kandidat Krane will gemeinsame Außenpolitik

Helmer Krane aus Bad Bramstedt tritt an Position 16 der FDP-Bundesliste für die Europawahl an. Im Interview spricht der 28-Jährige auch über die Reformen, die er als EU-Parlamentarier anstreben würde. mehr

Die wichtigste Aufgabe der EU ist: Die EU soll die liberale Lebensart der Europäer und Europäerinnen schützen und uns eine Stimme in dieser Welt geben. Die EU ist unser Garant für Frieden und Wohlstand, denn nur so können wir die Besonderheiten der Regionen und der Menschen achten und schützen.

An der EU nervt mich: Mich nervt zunächst nicht die EU, sondern mich nervt, dass sie viel schlechter dargestellt wird als sie ist. Natürlich gibt es Verbesserungsmöglichkeiten, unter anderem soll sie demokratischer werden, den Binnenmarkt wirklich vollenden und bei den großen Kernkompetenzen handlungsfähiger werden, beispielsweise möchte ich eine echte gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik.

Und das läuft ganz gut: Dass es ein wachsendes europäisches Wir-Gefühl gibt. Wo Menschen in Ungarn mit EU-Flaggen auf die Straße gehen und gegen die antiliberale Politik der nationalen Regierung aufbegehren, wo Menschen in Großbritannien für einen Verbleib in der EU demonstrieren, wo Menschen bei "Pulse of Europe" gemeinsam die Europahymne singen, da kann man das Wir-Gefühl hautnah erleben. Diesen neu entfachten Spirit müssen wir noch besser nutzen!

Am liebsten wäre ich EU-Kommissar für: Ich möchte vor allem ein sehr aktives Mitglied des Europäischen Parlaments sein! Denn genau hier wird sich entscheiden, wie demokratisch die EU in Zukunft wirklich sein kann und will. Das Parlament ist viel besser geeignet, eine bürgernahe Politik zu gewährleisten als es die Kommission sein kann. Außerdem will ich mich in unterschiedlichsten Themen mit Reformvorschlägen einbringen, anstatt nur ein Thema zu bearbeiten.

Was ich als EU-Abgeordneter umsetzen möchte: Zwei Dinge: Ich möchte, dass wir mehr Geld in Forschung und Innovation investieren als es heute der Fall ist. So schaffen wir es, die Taktgeber der europäischen Wirtschaft, kleine und mittelständische Unternehmen, dabei zu unterstützen, auch in Zukunft Vorreiter auf den Weltmärkten zu sein. Und ich setze mich für ein Europa des sozialen Aufstiegs ein. Dazu gehört, dass wir Bildungsfreizügigkeit als neue Grundfreiheit einführen und berufliche Bildung in Europa erheblich aufwerten.

Was ich für Schleswig-Holstein erreichen möchte: Als Land, das sich eine Vorreiterrolle bei Erneuerbaren Energien erarbeitet hat, auf jeden Fall eine clevere Klimapolitik. Dazu gehört eine europaweite Begrenzung der CO2-Menge durch einen Ausbau des Zertifikathandels, um die Klimaziele zu erreichen. Das wäre eine Klimapolitik, die die uns eigene Innovationskraft nutzt, die Ziele erreicht und so mehr schafft als die aktuelle kleinteilige Verbotspolitik.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Zur Sache | 26.05.2019 | 18:00 Uhr

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