Stand: 27.02.2020 07:38 Uhr

Helgoland-Havarist erreicht Bremerhaven

Der Frachter "Santorini", der am Dienstag vor Helgoland havariert war, hat Bremerhaven erreicht. Weil das Schiff manövrierunfähig war, wurde es von Schleppern an den Haken genommen und in den Hafen gebracht. Bei Windstärke neun und bis zu sieben Meter hohen Wellen hatte die "Santorini" auf der Nordsee ihr Ruderblatt verloren. Sie trieb laut Havariekommando 120 Kilometer nordwestlich von Helgoland. An Bord waren 23 Besatzungsmitglieder. In Bremerhaven soll die "Santorini" nun auf der Bredo-Werft repariert werden. Sie fährt unter der Flagge von Barbados und war auf dem Weg nach Litauen.

Entwarnung für Offshore-Windpark

Nach der Havarie musste ein Notschlepper den Frachter zeitweise in Position halten, denn das 159 Meter lange Schiff drohte in einen Offshore-Windpark zu treiben. Betroffen wäre den Angaben zufolge das Offshore-Windpark-Cluster 8 gewesen mit den Windparks Global Tech I, Albatros und Hohe See. Die dort vorsorglich vorbereiteten Evakuierungen seien nicht notwendig gewesen. Der Chef des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, sagte: "Es waren schwierige Einsatzsituationen. Das ist bei den Wetterverhältnissen kein Spaziergang."

Hubschrauber setzte mehrere Feuerwehrleute ab

Nach Angaben der Einsatzzentrale für maritime Notfälle war es dem von ihr entsandten Schlepper am Dienstag gelungen, eine Verbindung zu dem unbeladenen Havaristen herzustellen. Dabei half ein speziell für Notschlepp- und Bergungsmanöver ausgebildetes Team aus Seeleuten, das per Hubschrauber auf dem Frachter abgesetzt worden war. Per Hubschrauber wurden am Dienstag auch mehrere Feuerwehrleute sowie ein Notarzt und Notfallsanitäter eingeflogen, um die Crewmitglieder zu betreuen. Ein Besatzungsmitglied war leicht verletzt. Die Helfer konnten das Schiff wenig später wieder verlassen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.02.2020 | 08:00 Uhr

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