Stand: 15.05.2018 15:34 Uhr

Haithabu und Danewerk für Welterbe-Liste empfohlen

UNESCO-Weltkulturerbe Haithabu und Danewerk - seit 14 Jahren bemüht sich das Landesamt in Schleswig um diesen Titel. Nun könnte er kommen. Denn der Internationale Rat für Denkmalpflege hat sich jetzt genau dafür ausgesprochen. "Wir gratulieren zu dieser ungemein wichtigen Etappe auf dem Weg zum Weltkulturerbe", sagte Kulturministerin Karin Prien (CDU) am Dienstag. Bisher ist Schleswig-Holstein auf der Welterbeliste mit dem Nationalpark Wattenmeer und der Hansestadt Lübeck vertreten.

2015 kommt Antrag zurück

Island, Dänemark, Lettland, Norwegen und Deutschland hatten sich ursprünglich gemeinsam darum beworben, ihre bedeutenden Stätten der Wikingerzeit in das UNESCO-Weltkulturerbe aufzunehmen. Doch 2015 kam der Antrag zurück. Das Archäologische Landesamt startete einen zweiten Anlauf - und konzentrierte sich dabei auf Schleswig-Holstein.

Entscheidung fällt spätestens im Juli

Es geht bei der jetzigen Bewerbung also nur um die Wikingersiedlung Haithabu und den Verteidigungswall Danewerk. Die Entscheidung über die Aufnahme dieser Stätten trifft das Welterbekomitee in der Zeit zwischen dem 24. Juni und dem 3. Juli bei der Sitzung des Internationalen Rates für Denkmalpflege.

Dänische Könige wollten Südgrenze sichern

Die Befestigungsanlage Danewerk und der Handelsplatz Haithabu gehören zu den wichtigsten archäologischen Stätten Nordeuropas. Vor mehr als 1.000 Jahren, in der Wikingerzeit, trafen bei Schleswig Dänen, Friesen, Sachsen und Slawen aufeinander. Dänische Könige begannen das Danewerk als Grenzbefestigung auszubauen - und sicherten so die Südgrenze ihres Reichs und den Handelsweg zwischen Nord- und Ostsee. Das Danewerk bestand aus Erdwällen, Mauern, Gräben und einem Sperrwerk in der Schlei. Es gilt als größtes Bodendenkmal Nordeuropas und verläuft über 33 Kilometer zwischen Schleswig und der Eidermündung.

Haithabu war mal ein Verkehrsknotenpunkt

Die Wikingerstadt Haithabu bei Schleswig war vom 9. bis 11. Jahrhundert eines der bedeutendsten Handelszentren Nordeuropas und Verkehrsknotenpunkt. Die Siedlung mit Hafen lag am Haddebyer Noor, einem Seitenarm der Schlei. 1897 wurde sie wiederentdeckt, die ersten Ausgrabungen begannen um 1900.

Heute sind große Teile des Danewerks und ganz Haithabu Naturschutzgebiete. Die hier vorkommenden Arten und Lebensräume sind selten gewordene und daher wertvolle Überreste einer ursprünglichen Naturlandschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.05.2018 | 12:00 Uhr

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