Stand: 24.06.2020 17:10 Uhr

Gründe für Fischsterben an der Westküste bleiben unklar

Am Strand von St. Peter-Ording liegen tausende angespülte kleine tote Fische. © Daniel Friederichs Foto: Daniel Friederichs
In St. Peter-Ording zum Beispiel wurden Hunderte tote Fische angespült.

An der Westküste sind in den vergangenen Tagen massenhaft Fische verendet. An mehreren Orten wurden jeweils Hunderte tote oder geschwächte Jungheringe im Spülsaum gefunden. Nach Angaben aus dem Umweltministerium von Mittwoch sind die Gründe für das Fischsterben weiter unklar. Zusammen mit den zuständigen Behörden werde versucht, die Ursache so schnell wie möglich herauszufinden. Auch die Schutzstation Wattenmeer steht vor einem Rätsel. "Das Meerwasser ist nur etwa 20 Grad warm, und Heringe weichen vor Überhitzung normalerweise in tieferes Wasser aus", sagte der Biologe Rainer Borcherding. Möglicherweise seien die nur wenige Monate alten Tiere in Kontakt mit giftigen Algen gekommen, die sich auf Grund der warmen Witterung zu entwickeln beginnen. 

Anzeige gegen Unbekannt von Umweltschützern

Umweltschützer hatten wegen des Fischesterbens - unter anderem in St. Peter-Ording, Westerhever und auf Nordstrand - die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. BUND, NABU und WWF stellten Strafanzeige gegen Unbekannt, teilte der NABU-Landesverband Hamburg auf seiner Homepage mit. Demnach würden Anwohner vermuten, dass die Baggerarbeiten für die Elbvertiefung Auslöser des massenhaften Fischtods seien. Auch im Bereich der Elbmündung vor Cuxhaven waren tote Fische entdeckt worden.

Der WWF bleibt aber auch vorsichtig: "Natürlich sind von Menschen gemachte Ursachen denkbar, aber sie müssen es nicht sein. Das ist in diesem Stadium ganz schwer zu beurteilen", erklärte WWF-Wattenmeer-Experte Hans-Ulrich Rösner.

Nationalparkamt schließt Sauerstoffmangel aus

Einen Sauerstoffmangel als Grund für das Fischsterben schloss das Nationalparkamt Wattenmeer aus. Eine mögliche Ursache könne aber Nahrungsmangel sein, weil es derzeit einen sehr großen Heringsbestand in der Nordsee gebe, so ein Nationalpark-Biologe. Ausserdem könnten Krankheiten dazu geführt haben, dass die Fische an der Nordseeküste verendeten.

An den Fundstellen wurden Proben entnommen. Die Ergebnisse der Analysen sollen in einigen Tagen vorliegen.

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Tote Jungheringe im Spülsaum vor St.Peter-Ording. © Schutzstation Wattenmeer Foto: Rainer Schulz

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