Stand: 12.06.2019 17:39 Uhr

Grote kritisiert Protestaktion gegen Kreuzfahrtschiff

Die US-Reederei Holland America Line will den Kieler Hafen auch in Zukunft mit ihren Kreuzfahrtschiffen anlaufen. Das hat das Unternehmen am Mittwoch mitgeteilt, nachdem am vergangenen Pfingstsonntag mehrere Umweltaktivisten das Auslaufen des Kreuzfahrtschiffes "Zuiderdam" am Ostseekai in Kiel behindert hatten. Die Reederei werde mit dem Hafen und den lokalen Behörden zusammenarbeiten, um die Hintergründe der Aktion vom Wochenende aufzuklären, teilte die Reederei mit. Im Juli soll die "Zuiderdam" erneut nach Kiel kommen.

Blockade beschäftigt Innenministerium

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Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) beschäftigt die Blockade eines Kreuzfahrtschiffes im Kieler Hafen.

Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) kritisierte die Aktion. Er habe bereits mit Hamburgs Innenminister Andy Grote und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (beide SPD) darüber gesprochen, wie sich das künftig unterbinden lasse, sagte Grote am Mittwoch. "Wir können nicht jeden Kanuten, der auf der Förde lang paddelt, oder jedes Segelboot aufbringen vor dem Hintergrund, er könnte ein möglicher Besetzer eines Wulstes eines Kreuzfahrtschiffes sein."

Die AfD hat wegen der Blockadeaktion eine Aktuelle Stunde des Landtags in der kommenden Woche beantragt. Zu Beginn der Sitzung am Mittwoch befasst sich das Parlament mit dem Thema. AfD-Fraktionschef Jörg Nobis griff die Grünen an. Diese hätten "seit jeher ein gespaltenes Verhältnis zur Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung".

Kreuzfahrtkonzern hat mehr als 100 Schiffe

Der Protest von Klimaaktivisten hatte weltweit für Aufsehen gesorgt. Rund 50 Aktivisten der Gruppe "Smash Cruiseshit" (dt.: "Zerstört Kreuzfahrtscheiße") hinderten den Kreuzfahrer "Zuiderdam" sechs Stunden am Ausfahren. Die Blockierer der Gruppe "Smash Cruiseshit" werteten ihren Protest als Erfolg und kündigten weitere Aktionen an. Sie fordern ein Ende der gesamten Kreuzfahrtbranche. Gegen 46 Aktivisten leitete die Polizei Strafverfahren wegen Nötigung, Widerstands und Hausfriedensbruchs ein.

Die "Zuiderdam" gehört einer Tochtergesellschaft des weltgrößten Kreuzfahrtkonzerns Carnival Corporation & plc. Insgesamt gehören mehr als 100 Schiffe weltweit zu dem Unternehmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 12.06.2019 | 16:00 Uhr

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