Stand: 27.09.2020 16:59 Uhr

Großeinsatz mit 20 Fahrzeugen: Übung des DRK

von Elin Halvorsen

50 Personen eilen zu ihren Fahrzeugen, starten den Motor und warten auf die letzte Durchsage per Funk. In einem Fahrzeug sitzen Kreisbereitschaftsleiter Kay-Peter Wiese und die Auszubildende Anna Lüttjohann. Er drückt den Knopf den Funkgerätes fester in sein Ohr und wartet den Funkspruch ab. "Okay Anna, Blaulicht an und los geht es", gibt er an die Auszubildende weiter.

Zum Glück ist alles nur eine Übung. "Es ist unglaublich wichtig, dass wir das sogenannte Fahren im Verband üben, damit bei einem realen Einsatz nicht plötzlich das Adrenalin in die Höhe schießt und damit wir über Stunden die Konzentration halten können", erklärt Kay-Peter Wiese. Mögliche Szenarien, in denen plötzlich viele Helfer und Material vor Ort benötigt werden, könnte zum Beispiel ein Reisebusunfall auf der Autobahn oder ein Großbrand sein. "Eigentlich immer dann, wenn viele Menschen verletzt sind oder betreut werden müssen", sagt Kay-Peter Wiese.

Adrenalin pur

Das gilt heute für seine Auszubildende allerdings nicht. Für sie wird der Großeinsatz eine doppelte Herausforderung, denn sie wird zum ersten Mal überhaupt mit Blaulicht und Martinshorn fahren - mit Hilfe von Kay-Peter Wiese. Hinzu kommt das Kolonnefahren, dabei muss auf Abstände, Verkehr und Anweisungen geachtet werden. "Ich habe zum ersten Mal meine neuen, dicken Arbeitsschuhe an, damit ist das Kuppeln schon schwieriger als mit Turnschuhen", beschreibt sie. Kurz darauf fährt sie mit dem dreieinhalb Tonnen schweren Einsatzwagen schnell, aber sicher über die B208 in Richtung Elmshorn - mit Sirene und voller Konzentration. "Mein Herz pumpt jetzt schon ganz schön", sagt sie.

Die anderen Verkehrsteilnehmer reagieren überwiegend vorbildlich und fahren sofort rechts ran. "Die gefährlichsten Situationen für den Fahrzeugführer sind immer dann, wenn man an rote Ampeln oder Einmündungen kommt. Da muss man ganz besonders aufpassen und sich sicher sein, dass mich die anderen Verkehrsteilnehmer schon gesehen haben und ich da lang fahren kann. Auf jeden Fall muss ich immer bremsbereit sein", sagt der Kreisbereitschaftsleiter, der schon seit 35 Jahren ehrenamtlich unterwegs ist.

Eine Fahrzeugkolonne mit diversen Einsatzfahrzeugen der DRK ist im Kreis Stormarn im Rahmen einer Großübung unterwegs. © NDR Foto: Elin Halvorsen
Die Übung "Fahren im Verband" soll in Zukunft jedes Jahr stattfinden.
Bis 2.300 Meter langer Konvoi verursacht Stau

Insgesamt legen die Fahrzeuge heute eine Strecke von 140 Kilometern in ganz Stormarn zurück. Drei Monate lang hat der Einsatzleiter Jan Grotepaß die Übung bis ins kleinste Detail geplant: "Wir müssen die Bevölkerung dafür sensibilisieren. Viele vergessen, dass die Kolonne als ein Fahrzeug im Straßenverkehr gilt und zum Beispiel nicht überholt werden darf", erklärt er. Kay-Peter Wiese blickt während der Kolonnenfahrt auf der A1 in den Rückspiegel: "Wir müssen 100 Meter Abstand zwischen den Fahrzeugen halten, dadurch bekommt unser Konvoi eine Gesamtlänge von 2.300 Metern am Stück. Das verursacht natürlich ordentlich Stau, gerade bei einer Abfahrt. Da hoffen wir auf Verständnis der Verkehrsteilnehmer ", sagt er. Die Übung "Fahren im Verband" soll zukünftig jährlich stattfinden.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 26.09.2020 | 19:30 Uhr

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