Ein Petermännchen-Fisch im Wasser. © fotolia Foto: aquapix

Giftiger Fisch löst Einsatz für Seenotretter aus

Stand: 14.06.2021 17:40 Uhr

Bei einer Angeltour auf der Ostsee südwestlich der Insel Fehmarn ist Montagmittag ein Mann von einem giftigen Fisch gestochen worden. Die Seenotretter mussten ausrücken.

Ein Petermännchen hatte einen Angler in die Hand gestochen, als er versuchte, das Tier von einem Angelhaken zu lösen. Der Stich des Fisches ruft schwere Schmerzen und Schwellungen hervor. In seltenen Fällen kann es zu Kreislaufkollaps und Herzrhythmusstörungen kommen. Daher benötigte der 37-jährige Mann umgehend ärztliche Hilfe. Der Kapitän des Kutters rief deshalb die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS).

Angler sollten Handschuhe tragen

Wenig später liefen die Seenotretter der Station Heiligenhafen (Kreis Ostholstein) zum Kutter aus und brachten den Angler zur ärztlichen Versorgung an Land, wo er dem Rettungsdienst übergeben wurde. Die Informationszentrale gegen Vergiftungen des Universitätsklinikums Bonn empfiehlt Anglern, in jedem Fall Handschuhe zu tragen, um zappelnde Petermännchen von der Angel beziehungsweise aus dem Netz zu nehmen. Bei Vergiftungen rät sie, die Stiche bis zum Eintreffen des Arztes mit "tolerierbar" heißem Wasser zu behandeln (maximal 45 Grad, um Verbrennungen zu vermeiden). Der Fisch gehört mit zu den gefährlichsten Gift-Tieren Europas.

Daten und Fakten zum Petermännchen

  • Der Fisch kommt in vier Arten vor, die zwischen 15 und 40 Zentimeter groß werden können. Er hat einen schlanken schmalen Körper und ist in der Färbung dem sandigen Meeresboden angepasst
  • Er wird wegen seiner bei Gefahr fächerförmig aufgestellten Flossen und seines angriffslustigen Verhaltens auch Drachenfisch, Höllenfisch oder gar "Kreuzotter der Nordsee" genannt
  • Er ist vor allem im Schwarzen Meer, Mittelmeer und an der Atlantikküste bis hoch nach Norwegen verbreitet - und kommt auch immer öfter in Nord- und Ostsee vor
  • Im Frühjahr und Sommer vergraben sich die Petermännchen zum Laichen in flachen Küstenabschnitten im Sand, statt bei Gefahr zu flüchten, greifen sie eher aggressiv an
  • Das Gift befindet sich an der Wurzel der ersten Rückenflossen sowie an Stacheln der beiden Seitenflossen, die jeweils aufgestellt werden können
  • Er gilt als einziger Giftfisch der nordeuropäischen Gewässer, von weltweit 30.000 Fischarten gehören dagegen 500 bis 1.000 dieser Kategorie an (Quelle: Zoologisches Institut der Rostocker Universität)

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 14.06.2021 | 18:00 Uhr

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