Aktenordner liegen im Gericht auf dem Tisch. © picture-alliance/ ZB Foto: Johannes Eisele

Gewalt, Korruption, Drogen: Mehr Arbeit für Staatsanwälte

Stand: 22.04.2021 13:53 Uhr

Für mehr Ermittlungsverfahren waren vor allem mehr Straftaten im Bereich Cyberkriminalität, Gewalttaten innerhalb der Familie und Betäubungsmitteldelikte verantwortlich.

Die Staatsanwaltschaften in Schleswig-Holstein hatten im vergangenen Jahr mehr zu tun als in den Vorjahren. Die Zahl der Ermittlungsverfahren ist nach Angaben von Generalstaatsanwalt Wolfgang Zepter um 2.000 auf genau 297.660 gestiegen.

Gewalt in der Familie hat zugenommen

Im vergangenen Jahr habe es unter anderem mehr Straftaten im Bereich Cyberkriminalität gegeben. Ebenso stieg demnach die Zahl der Betäubungsmitteldelikte sowie der Korruptionsverfahren. Die Gewalttaten in der Familie hätten zugenommen und auch bei der Verbreitung kinderpornographischer Bilder und Schriften gab es laut Zepter mehr Verfahren.

Corona-Kritiker erstatten häufiger Anzeigen

Viel Arbeit machten den Staatsanwaltschaften außerdem Kritiker der Corona-Maßnahmen, sagt der Generalstaatsanwalt: "Wir beobachten, dass Leute, die nicht bereit sind, die demokratischen Strukturen anzuerkennen, immer mehr Anzeigen erstatten." Nach ablehnenden Entscheidungen erfolgten oft Strafanzeigen gegen Staatsanwälte oder auch Ministeriumsmitarbeiter. Generalstaatsanwalt Zepter sagte, man müsse sich mit Dingen auseinandersetzen, die von vornherein haltlos seien.

Wegen der Corona-Pandemie gab es ansonsten fast 400 Verfahren wegen Subventionsbetrugs, bei denen Menschen versucht haben sollen, sich Corona-Hilfsleistungen zu erschleichen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.04.2021 | 12:00 Uhr

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