Stand: 05.08.2020 17:48 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Geständnis: Ex-Freundin im Hotelzimmer erwürgt

Zum Prozessauftakt wegen Totschlags sitzt der Angeklagte mit gesenktem Kopf, Brille und Nasen-Mund-Schutz im Verhandlungssaal im Landgericht Kiel. © dpa Foto: Frank Molter
Prozessbeginn vor dem Kieler Landgericht: Der Angeklagte gesteht die Tat.

Ein 25 Jahre alter Mann hat vor dem Kieler Landgericht gestanden, dass er seine Ex-Freundin in einem Hotelzimmer in Rendsburg erwürgt hat. Vorausgegangen war seinen Angaben zufolge ein Streit um das gemeinsame Baby. Seine 28-jährige Ex-Freundin habe ihm erklärt, dass er kein Recht habe, den Jungen regelmäßig zu sehen. Vor Gericht schilderte der Angeklagte, wie er von hinten den Oberarm um den Hals der Frau gelegt und zugedrückt habe. "Ich wollte nur, dass sie ruhig ist", sagte er am Mittwoch rund sechs Monate nach der Tat. Laut Anklage sei der Mann in Wut geraten, habe mehrfach auf die Frau eingeschlagen, sie am Hals gepackt und zu Tode gewürgt. Als er losgelassen habe, sei sie direkt nach vorne auf das Gesicht gefallen, schilderte der Angeklagte weiter. Ihr Körper habe noch gezittert, "dann ist sie still geworden". Er habe die Tat nicht gewollt, sagte er: "Ich weiß nicht, wie das passieren konnte."

Mann war schon vorher gewalttätig

Die Tat geschah am 13. Februar. Der Mann soll sich gegen 3 Uhr nachts mit seiner Ex-Partnerin in dem Hotel getroffen haben. Er verstieß damit bereits gegen Auflagen, denn er hätte sich laut Staatsanwaltschaft dem Opfer nicht nähern dürfen. Die Frau hatte wegen vorheriger Übergriffe eine Gewaltschutzanordnung erwirkt, gegen die er bereits mehrfach verstoßen hatte. Dennoch soll die 28-Jährige dem Treffen zugestimmt haben. Der Angeklagte soll nach der Tat selbst den Notruf gewählt haben. Als die Rettungskräfte eintrafen, lag die Frau leblos auf dem Boden, das erst sechs Monate alte Baby unversehrt daneben. Es kam sofort in eine Pflegefamilie, lebt inzwischen bei seiner Oma mütterlicherseits.

Die Anklage legt ihm Totschlag zur Last. Bei einer Verurteilung drohen ihm fünf bis 15 Jahre Haft, es sein denn, es gibt mildernde Umstände. Um das zu prüfen, saß ein psychiatrischer Gutachter mit im Gerichtssaal. Der Angeklagte gab an, vor der Tat getrunken, Haschisch geraucht und Tabletten genommen zu haben. Der Prozess wird fortgesetzt, das Urteil könnte am 31. August fallen.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 05.08.2020 | 13:00 Uhr

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