Stand: 19.09.2019 18:07 Uhr

Geschäft mit "Knechten" erneut vor Gericht

Vor dem Landgericht Itzehoe (Kreis Steinburg) ist am Donnerstag der nächste Prozess im sogenannten Raklo-Verfahren gestartet. Die Staatsanwaltschaft wirft den sieben Angeklagten vor, mit fingierten Verkehrsunfällen Autoversicherer um Tausende Euro betrogen zu haben. Allein zwei Stunden dauerte es, die Anklageschrift zu verlesen. Konkret geht es um 28 Fälle. Außerdem sollen die Angeklagten sogenannte Knechte ("Raklo") aus dem Ausland nach Schleswig-Holstein gebracht haben, um sie hier zu Diebstählen, Einbrüchen und Versicherungsbetrug zu zwingen.

Unfallfahrzeuge waren auf "Knechte" angemeldet

In dem Zusammenhang hatte es im März auch zwei große Durchsuchungsaktionen in Norddeutschland mit mehreren Hundert Polizisten. Nach Information von NDR Schleswig-Holstein sollen die Drahtzieher die Knechte an Scheinadressen angemeldet haben, um den Schriftverkehr abzuwickeln. Nach Angaben der Ermittler eröffnete sie dann Konten für die "Knechte" und registrierten mehrere Autos auf deren Namen.

Zwei Männer bereits im Mai verurteilt

Im Mai waren in diesem Zusammenhang bereits zwei Männer wegen der Anstiftung zum Diebstahl verurteilt worden. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft hatten die Beschuldigten ihre Knechte untereinander auch verkauft. Den Vorwurf des Menschenhandels konnte laut Gericht damals aber nicht bewiesen werden.

In den nächsten Wochen geht es am Landgericht Itzehoe weiter.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 19.09.2019 | 19:30 Uhr

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