Gerstenernte läuft und Preise steigen

Stand: 20.07.2021 08:44 Uhr

Die Gerste gehört zu den ältesten Getreidearten, ist ziemlich anspruchslos und wächst auch auf ganz einfachen Böden. Jetzt läuft die Ernte - und die internationalen Preise steigen.

Die Mähdrescher fahren seit etwa einer Woche über die Felder Schleswig-Holsteins, um die Gerste zu ernten. Die Landwirtschaftskammer rechnet mit einer mittleren bis guten Ernte. Denn trotz vereinzelter Hagelschäden und starker Regenfälle im Juni haben die sommerlichen Temperaturen für gute Bedingungen auf den Feldern gesorgt.

"Gehen davon aus, dass Preis noch steigen wird"

Unter anderem wegen der Dürre in Nordamerika steigen die Exportpreise für Weizen derzeit stark an. Der Börsenkurs für eine Tonne Gerste liegt international schon jetzt mehr als 20 Euro über dem Vorjahr. "Auch Frankreich hat nicht ganz so viel geerntet, weil die im Frühjahr eine große Dürre hatten, und so ist der Preis gestiegen. Und in Schleswig-Holstein ist Futtergerste sehr interessant. Von daher gehen wir davon aus, dass der Preis noch weiter steigen wird", sagt Ute Volquardsen, die Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.

"Auf Extremwetter einstellen"

Mit Blick auf die Hochwasserlage in Teilen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sagt Volquardsen: "Wir müssen uns auch in Zukunft auf Extremwetter einstellen." Nach der Nässe 2017 und der Dürre 2018 gehe es nun auch darum, auf den Feldern Sorten anzubauen, die mit solchen Wetterbedingungen klar kämen. Auf Versuchsfeldern werde mit verschiedenen Sorten und Fruchtfolgen experimentiert. Die Gerste wird hauptsächlich als Rohstoff für Bier und Spirituosen - also Whiskey oder Korn - genutzt und als Tierfutter.

VIDEO: Ernte-Alarm - Vom Halm in den Hafen (59 Min)

 

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein 18:00 | 19.07.2021 | 18:00 Uhr

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