Stand: 18.07.2019 12:48 Uhr

German Naval Yards kämpft um Milliarden-Auftrag

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Das Verteidigungsministerium will den Bau von vier Schiffen des Typs "MKS 180" in Auftrag geben.

Die Kieler Werft German Naval Yards hat im Rennen um den Bau des Mehrzweck-Kampfschiffs "MKS 180" ein letztes Angebot eingereicht. Damit habe man "alles in unserer Macht stehende getan", um den Auftrag nach Deutschland zu holen, so Werft-Geschäftsführer Jörg Herwig. Der Wettbewerb wurde vom Bundesverteidigungsministerium europaweit ausgeschrieben. Herwig zufolge würden im Falle des Zuschlags sowohl die Werft als auch Hunderte kleinere und mittlere Unternehmen in ganz Deutschland von dem Projekt profitieren. Man werde Entwicklung, Konstruktion und Bau der Schiffe in der Bundesrepublik durchführen, so Herwig. Nur durch Aufträge der eigenen Regierung könnten deutsche Werften unabhängiger von Exporten ins Ausland werden.

Kosten: geschätzte vier Milliarden Euro

Die Kosten für den Bau der Schiffe werden insgesamt auf vier Milliarden Euro geschätzt. Nach Angaben der Werft handelt es sich um den größten Marineauftrag in der Geschichte der Bundeswehr. Im Rennen um den Auftrag sind German Naval Yards mit TKMS (ebenfalls Kiel) als Subunternehmen sowie die niederländische Werft Damen Shipyards federführend mit Blohm und Voss in Hamburg als Partner. Die Entscheidung des Verteidigungsministeriums wird voraussichtlich noch in diesem Jahr fallen. Geplant ist der Bau von vier Schiffen. Die Auslieferung könnte 2027 mit jährlich einem Schiff starten.

Überwasserschiffbau soll Schlüsseltechnologie werden

Das Projekt musste vor Jahren europaweit ausgeschrieben werden, da der Überwasserschiffbau für Marineschiffe bislang keine Schlüsseltechnologie war. Die Bundesregierung will das ändern. Sogar im Koalitionsvertrag wurde das vereinbart. Mit der Einstufung des Marine-Überwasserschiffbaus als Schlüsseltechnologie müssten Aufträge nicht mehr europaweit ausgeschrieben werden. Schiffe könnten damit direkt bei deutschen Werften bestellt werden. Nach Angaben des maritimen Koordinators der Bundesregierung soll ein entsprechender Kabinettsbeschluss im Herbst kommen.

Wichtige Branche für Schleswig-Holstein

Wie wichtig der Schiffbau für Schleswig-Holstein ist, zeigen Zahlen aus dem Wirtschaftsministerium. Das Bruttoinlandsprodukt von Schleswig-Holstein liegt bei etwa 100 Milliarden Euro. Davon steuern die Werften im Land rund fünf Milliarden bei. Außerdem sind knapp 5.000 Menschen direkt beschäftigt, weitere 15.000 sind es in der Zulieferer-Industrie.

Weitere Informationen

Durchbruch beim Marine-Überwasserschiffbau

04.04.2019 17:00 Uhr

Marine-Aufträge müssen europaweit ausgeschrieben werden. Damit soll bald Schluss sein. Wird der Überwasserschiffbau zur Schlüsseltechnologie erklärt, könnten Schiffe direkt bestellt werden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 18.07.2019 | 11:00 Uhr

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