Stand: 10.04.2019 18:04 Uhr

Gehalt der Senvion-Mitarbeiter drei Monate sicher

Nach einer Mitarbeiterversammlung beim insolventen Windanlagenbauer Senvion ist klar, dass die Gehälter der rund 1.000 Beschäftigten in Osterrönfeld und Büdelsdorf für drei Monate gesichert sind. Nach Angaben des Betriebsrates springt die Agentur für Arbeit ein und zahlt Insolvenzgeld. Die Geschäftsführung sagte auf der Versammlung außerdem zu, dass das Tagesgeschäft ganz normal weitergehen soll. Große Projekte sollen fortgesetzt werden. Der angeschlagene Windanlagenbauer Senvion braucht dringend frisches Geld - die Suche nach Investoren läuft laut Betriebsrat im Hintergrund weiter.

Kritik von Nord-SPD

Die Landes-SPD macht unterdessen die Landesregierung für die Senvion-Insolvenz mitverantwortlich. "Da CDU, FDP und Grüne mit der Regionalplanung nicht vorangekommen sind, trägt die jetzige Landesregierung eine Mitschuld an den finanziellen Schwierigkeiten, in die Senvion geraten ist", sagte der Abgeordnete Thomas Hölck. "Jamaika hat die Windkraftbranche durch den selbst ausgelösten Stillstand beim Ausbau der Windenergie schwer beeinträchtigt und die Hersteller stark getroffen."

Insolvenz am Dienstag angemeldet

Senvion hatte am Dienstag wegen Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Unternehmens Insolvenz in Eigenverantwortung beantragt. Nach Ansicht von Branchenexperten ist Senvion nicht allein wegen der veränderten Rahmenbedingungen auf dem Markt in Schwierigkeiten geraten. Das Unternehmen hat auch zu wenig investiert, um auf den wichtigsten Auslandsmärkten eine starke Position zu erringen und durch Fehler im operativen Geschäft Umsätze eingebüßt.

1.000 Mitarbeiter in Schleswig-Holstein

Der Windanlagenbauer hat weltweit etwa 4.000 Mitarbeiter. Der deutsche Verwaltungshauptsitz von Senvion ist in Hamburg. In Schleswig-Holstein hat das Unternehmen laut IG Metall Küste knapp 1.000 Mitarbeiter. Sie sind hauptsächlich an den Standorten Osterrönfeld (Entwicklung) und Büdelsdorf (Service) im Kreis Rendsburg-Eckernförde beschäftigt. Und obwohl das Werk in Husum bereits geschlossen wurde, sind auch dort noch einige Mitarbeiter vor Ort. In Hamburg sind etwa 500 Beschäftigte betroffen. Außerdem befindet sich ein weiterer Standort in Bremerhaven. Dort arbeiten derzeit etwa 230 Menschen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 10.04.2019 | 18:00 Uhr

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