Schild am Eingang eines Bauernhofes in Deutschland mit der Aufschrift Achtung Geflügelpest. © picture alliance / Zoonar | Heiko Kueverling Foto: Heiko Kueverling

Geflügelpest: Stallpflicht jetzt auch in ganz Nordfriesland

Stand: 23.11.2021 14:01 Uhr

Viele Tiere im Kreis Nordfriesland mussten bereits getötet werden. Um die Ausbreitung der Geflügelpest einzudämmen, gilt laut Kreis seit Dienstag überall eine Stallpflicht - im Herzogtum Lauenburg bereits seit Sonntag.

Bislang musste nur Geflügel auf allen Inseln und Halligen sowie in einem ein Kilometer breiten Streifen an der Nordseeküste in den Stall. In einer entsprechenden Allgemeinverfügung hat das Veterinäramt des Kreises Nordfriesland jetzt ein kreisweites Aufstallungsgebot erlassen. Der Grund: Bei zahlreichen Wildvögeln hat sich das Geflügelpest-Virus nach Kreisangaben ausgebreitet, auch Hausgeflügelbestände seien betroffen. In Schleswig-Holstein wurden bereits mehrere Ausbrüche in Geflügelhaltungen verzeichnet - der erste Mitte Oktober im Kreis Nordfriesland. Auch in den benachbarten Bundesländern Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern erfolgten bereits Nachweise der Geflügelpest.

Geflügelpest breitet sich aus

Neben Nordfriesland sind sechs weitere Kreise im Land von der Geflügelpest betroffen. Nachdem laut Behördenangaben im Kreis Herzogtum Lauenburg zuletzt bei mindestens drei verendeten Wildvögeln der Erreger nachgewiesen worden war, gilt dort seit Sonntag ebenfalls eine Aufstallungspflicht im ganzen Kreisgebiet. Auch in den Kreisen Dithmarschen und Plön gilt im gesamten Gebiet eine Stallpflicht. In den Kreisen Segeberg und Steinburg wurden jeweils Sperrzonen mit besonderen Regeln für Geflügelhalter eingerichtet. Geflügelpest-Fälle meldete auch der Kreis Rendsburg-Eckernförde. Das Veterinäramt des Kreises in Schleswig-Flensburg berichtet am Dienstag von zwei tot aufgefundenen Wildvögeln in Harrislee und am Südensee bei Sörup. Halter sollten nun besonders darauf achten, dass die Sicherheitsvorkehrungen eingehalten werden. Laut dem Kreisveterinäramt gibt es damit seit Oktober über 100 positive Befunde bei Wildvögeln.

500 Tiere mussten getötet werden

Einen größeren Ausbruch gab es zuletzt Anfang November in einem Betrieb im Kreis Pinneberg: 500 Mastgänse und weitere Tiere mussten getötet werden. Mehrere Labore hatten Proben untersucht, nachdem zahlreiche Gänse Krankheitssymptome gezeigt hatten. Das Friedrich-Loeffler-Institut bestätigte, dass es sich dabei um den Influenza-Subtyp H5N1 handelt, der die Geflügelpest - auch Vogelgrippe genannt - auslösen kann.

Land will einheitliche Maßnahmen gegen Vogelgrippe

Das Landwirtschaftsministerium rät, den direkten und indirekten Kontakt von Hausgeflügel und Wildvögeln zu vermeiden. Ressortleiter Jan Philipp Albrecht (Grüne) kündigte am vergangenen Freitag an, dass in dieser Woche eine Allgemeinverfügung zur Eindämmung der Geflügelpest in Schleswig-Holstein erlassen werden soll. Darin sollen einheitliche Hygienevorschriften für Geflügelhalter festgehalten werden. Albrecht nannte die Lage in dem Zusammenhang "sehr ernst".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 22.11.2021 | 19:00 Uhr

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