Ein Huhh, davor ein Abstrichröhrchen. © picture alliance/Fotostand/Fotostand/Freitag Foto: Freitag

Geflügelpest: Aufstallungspflicht in einigen Regionen aufgehoben

Stand: 04.05.2021 14:18 Uhr

Weil in Schleswig-Holstein weniger Fälle von Geflügelpest gemeldet werden, gibt es keine landesweite Aufstallungspflicht mehr. Sie ist nur noch auf bestimmte Regionen beschränkt.

Die Aufstallungspflicht für Geflügel im Kreis Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg wird aufgehoben. Nach Angaben des Kreisveterinärs habe sich das Risiko einer Ausbreitung der Geflügelpest in der Region deutlich abgeschwächt. Von Mittwoch an dürfen Geflügelhalter ihre Tiere wieder draußen halten. Auch die Kreise Pinneberg, Nordfriesland, Ostholstein sowie Plön haben nach Angaben des Umweltministeriums den Umfang der Aufstallung an die aktuelle Lage angepasst und auf bestimmte Regionen beschränkt. Das Aufstallungsgebot galt seit Mitte November vergangenen Jahres.

"Landesweite Aufstallung von Geflügel nicht mehr erforderlich"

"Die Entwicklung bei den Geflügelpest-Nachweisen im Land ist erfreulicherweise rückläufig. Ich hoffe, dass wir den Höhepunkt des Geschehens hinter uns haben. Eine landesweite Aufstallung von Geflügel ist deshalb nicht mehr erforderlich", sagte Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne). Das Umweltministerium bittet alle Kreise und kreisfreien Städte, das Risiko eines Geflügelpesteintrags neu zu bewerten und die Maßnahmen anzupassen.

Doch für eine vollständige Entwarnung sei es zu früh, da es weiterhin regelmäßig Nachweise bei Wildvögeln in verschiedenen Kreisen und kreisfreien Städten gebe, betonte Albrecht. Die Lage werde beobachtet, das Monitoring an kranken und verendeten Wildvögeln fortgesetzt. Die Allgemeinverfügung des Ministeriums vom 11. November 2020 mit vorbeugenden Biosicherheitsmaßnahmen in Geflügelhaltungen, die einheitliche Hygienemaßnahmen festlegt, gilt daher weiterhin.

AUDIO: Keine landesweite Aufstallung für Geflügel mehr in SH (1 Min)

Ausmaß größer als 2016/2017

Laut Umweltministerium wurde bei dem aktuellen Ausbruch landesweit bei rund 655 Wildvögeln in Schleswig-Holstein das Virus bestätigt. Hierbei wurden Geflügelpesterreger der Subtypen H5N8, H5N5, H5N4, H5N3 sowie zuletzt vermehrt der Subtyp H5N1 nachgewiesen. Aktuell gab es zehn Ausbrüche in Hausgeflügelhaltungen mit mehr als 134.000 Stück Geflügel. Die Hühner mussten getötet werden, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern. Betroffen waren sowohl Kleinhaltungen als auch große gewerbliche Geflügelhaltungen.

Damit übertrifft das Ausmaß der Geflügelpest bereits jetzt das der Epedemie von 2016/2017. Insgesamt mussten damals 72.700 Tiere getötet werden. Aktuell sind bundesweit seit Oktober 2020 über 1.500 Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln und in Hausgeflügelhaltungen festgestellt worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 04.05.2021 | 14:00 Uhr

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