Stand: 17.10.2019 08:03 Uhr

Gefesselte Frau: Polizei sucht nach Transporter

Am vergangenen Wochenende war eine Frau gefesselt bei Lübeck gefunden worden. Die Staatsanwaltschaft und die Polizei arbeiten weiter unter Hochdruck an der Aufklärung des Falls. Nachdem die Studentin in dieser Woche eine erste Aussage gemacht hatte, gibt es nun weitere Ermittlungsergebnisse. Die extra für den Fall eingerichtete Ermittlungsgruppe "Werft" geht nach einer weiteren Befragung der 20-Jährigen nunmehr davon aus, dass es sich bei dem von dem Täter oder den Tätern benutzten Fahrzeug um ein größeres Transportfahrzeug mit einem geschlossenen Kastensystem gehandelt haben muss.

Fundort: Feldmark an der A20-Ausfahrt bei Mönkhagen

Die Polizei glaubt, dass der oder die Täter den Ort, an dem die Frau später gefesselt und geknebelt zurückgelassen wurde, bereits vor der Tat ausgekundschaftet haben könnten. Nun haben die Ermittler einen weiteren Zeugenaufruf gestartet. "Es ist nicht auszuschließen, dass der Transporter am späteren Auffindeort des Opfers in der Feldmark bei Mönkhagen (Kreis Stormarn) bereits vorher jemandem aufgefallen ist", sagte Ulla Hingst von der Polizeidirektion Lübeck am Donnerstag. Die Polizei bittet Zeugen, sich telefonisch unter (0451) 13 10 zu melden.

Staatsanwaltschaft: Frau hätte sterben können

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln wegen eines versuchten Tötungsdelikts. Laut Staatsanwaltschaft war die Frau nicht nur geknebelt und an Händen und Füßen gefesselt worden, sondern sie wurde außerdem liegend an Geäst festgebunden.

Die Ermittler gehen davon aus, dass sie sich weder hätte selbst befreien noch auf sich aufmerksam machen können. Der Feldweg war von der Straße aus nicht zu sehen und wird nur selten von Treckern befahren. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hätte die leicht bekleidete Frau bei den herbstlichen Witterungsverhältnissen sterben können, wenn sie nicht zufällig von einem Autofahrer entdeckt worden wäre, der an einer Feldzufahrt zwischen Lübeck und Bad Segeberg zum Austreten angehalten hatte.

Waren K.O.-Tropfen im Spiel?

Wie die junge Frau dort hingekommen ist, bleibt weiter unklar. Die 20-Jährige war am Freitag auf einer Studentenparty in Lübeck. Dort ist sie mitten in der Nacht verschwunden. Was dann passiert ist, versuchen Polizei und Staatsanwaltschaft herauszufinden. Die Frau konnte sich zunächst an nichts erinnern. Ergebnisse der toxikologischen Untersuchungen, ob dem Opfer sogenannte K.O.-Tropfen verabreicht worden sind, werden nach Angaben der Polizei nicht vor kommender Woche erwartet. Laut Staatsanwaltschaft gibt es keine Hinweise darauf, dass sich jemand an der Frau vergangenen hat.

Weitere Informationen

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 17.10.2019 | 08:00 Uhr

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