Stand: 27.01.2020 14:23 Uhr

Verlorener Marine-Auftrag: Kieler Werft reicht Rüge ein

Der Streit um die Vergabe des größten Rüstungsauftrags der Deutschen Marine geht in die nächste Runde. Die unterlegene Kieler Werft German Naval Yards (GNYK) hat am Montag juristische Schritte eingeleitet. Der Schriftsatz sei an das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr geschickt worden, teilte die Werft mit. Außerdem kündigte das Unternehmen an, notfalls bis zum Oberlandesgericht in Düsseldorf ziehen zu wollen, sollte die Behörde der Rüge nicht stattgeben.

Vergabe-Entscheidung sorgte für Kritik

Vor rund zwei Wochen war bekannt geworden, dass das europaweit ausgeschriebene neue Marine-Kampfschiff "MKS180" unter niederländischer Federführung bei Blohm und Voss in Hamburg gebaut werden soll. Um diesen rund 5,3 Milliarden-Auftrag der Deutschen Marine hatte sich auch GNYK mit Thyssenkrupp Marine Systems (TkMS) als Subunternehmer beworben. Die Entscheidung für das niederländisch geführte Konsortium war in Politik und Wirtschaft auf massive Kritik gestoßen.

GNYK erkennt Ausschlussgründe nicht an

Die Kieler Werft GNYK ist nach eigenen Angaben vom Vergabeverfahren des milliardenschweren Rüstungsauftrags ausgeschlossen worden, weil 0,15 Prozent der Anforderungen nicht erfüllt worden sein sollen. Das sieht das Unternehmen anders: Man habe die angeblichen Gründe überprüft, keiner würde einen Ausschluss rechtfertigen, so der Anwalt von German Naval Yards. Dagegen fordert er den Ausschluss der niederländischen Werft von dem Vergabeverfahren, da zentrale Aspekten des Angebots nicht mit der Ausschreibung übereinstimmen würden.

Eine rechtliche Entscheidung in dem Fall könnte in letzter Instanz frühestens Ende des Jahres fallen.

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Dieses Thema im Programm:

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