Stand: 01.09.2020 05:00 Uhr

Fußball-Regionalliga: Neustart unter Corona-Bedingungen

von Norman Nawe

Endlich wieder Tore, endlich wieder Siege und Niederlagen in der Fußball-Regionalliga. Vor einem knappen halben Jahr machte die Corona-Pandemie dem Spielbetrieb ein Ende. Die Saison 2019/2020 wurde abgebrochen. Ab dem kommenden Wochenende wird in der vierten Liga wieder um Punkte gekämpft. Allerdings wird vieles anders sein als vor Corona.

Zuschauer ja - aber keine vollen Stadien

Die gute Nachricht: Geisterspiele wird es in der Spielzeit 2020/2021 vorerst nicht geben. Die fünf schleswig-holsteinischen Regionalligisten dürfen laut der der aktuell geltenden Landesverordnung bis zu 500 Zuschauer in ihre Stadien lassen. Das ist zwar besser als nichts, aber auch nicht genug, um das wirtschaftliche Überleben zu sichern. So lag beispielsweise der Besucherschnitt des Heider SV bis zum Abbruch der vergangenen Saison bei knapp 1.250 Fans. Also rund zweieinhalb mal mehr als nun zugelassen. Dazu kommen Mehrkosten für die Umsetzung der Hygienekonzepte.

Harald Uhr, Finanzgeschäftsführer des SC Weiche Flensburg 08, spricht Klartext: "Wirklich Geld verdienen kann man damit nicht, aber immerhin gibt es die Möglichkeit, dass Verein und Zuschauer endlich wieder zusammenkommen."

Viel Arbeit mit Hygienekonzepten

Bis der erste Zuschauer - natürlich mit Mund-Nasen-Schutz - am Stadiontor begrüßt werden kann, werden die Clubs schon reichlich Arbeit geleistet haben. Auf den Tribünen müssen die Abstandsregeln beachtet werden. Mit Flatterband oder Aufklebern werden Sitzplätze gekennzeichnet, die frei bleiben müssen. Jedes Stadion braucht einen Wege-Plan, damit es keine Menschenansammlungen vor Wurstbuden, Getränkeständen oder Toiletten gibt. Es muss sogar dafür gesorgt werden, dass die Spieler nach dem Spiel nur in Etappen duschen. Dazu kommen zahllose Gespräche mit den jeweiligen Gesundheitsämtern. Viel Arbeit und Zeitaufwand für die Clubs. Und dennoch ist überall die Freude groß, dass es wieder los geht. Beim SC Weiche ist Geschäftsführer Christian Jürgensen für das Hygienekonzept verantwortlich: "Ich glaube, die Menschen brauchen diesen Sport und die Begeisterung. Und wenn wir dem wieder ein bisschen näher kommen können, dann bin ich glücklich und dann können wir uns alle freuen, dass es wieder losgehen kann.“

Geteilte Liga mit Meister- und Abstiegsrunde

Aber nicht nur an die neuen Regeln im Stadion müssen sich Vereine und Fans gewöhnen. Durch den Abbruch gab es in der vergangenen Saison keine Absteiger aus der Regionalliga, nur der VfB Lübeck ist als Meister in die dritte Liga aufgestiegen. Aus den Oberligen sind aber fünf Aufsteiger dazugekommen. In Abstimmung mit den Clubs hat der Norddeutsche Fußballverband (NFV) die Liga geteilt. Gespielt wird nun in zwei Gruppen mit je elf Mannschaften. Nach Hin- und Rückrunde qualifizieren sich die besten fünf Mannschaften aus jeder Gruppe für eine gemeinsame Meisterrunde, der Rest kämpft in einer Abstiegsrunde um den Klassenerhalt. Mit diesem Modell könnte man flexibel auf eine erneute pandemiebedingte Saisonunterbrechung reagieren. So groß die Freude über das Ende der langen Regionalliga-Pause ist: Für die Vereine wird die neue Saison auch eine Reise ins Ungewisse.

Die 11er-Gruppe mit den fünf Clubs aus Schleswig-Holstein:

- SC Weiche Flensburg 08
- Eintracht Norderstedt
- Holstein Kiel II
- Heider SV
- 1. FC Phönix Lübeck
- Hamburger SV II
- FC St. Pauli II
- FC Altona 93
- FC Teutonia Ottensen
- Lüneburger SK Hansa
- SV Drochtersen/Assel

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | 30.08.2020 | 14:30 Uhr

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