Die Autos fahren einspurig auf der Strecke des Kanaltunnels bei Rendsburg. © NDR Foto: Sebastian Duden

Frust über Verkehrssituation: Rendsburg verklagt den Bund

Stand: 23.10.2020 09:52 Uhr

Lange Bauarbeiten am Kanaltunnel, eine marode Rader Hochbrücke: Die Stadt Rendsburg will nun die Bundesregierung verklagen. Es geht auch um Schadenersatz.

Wegen der seit Jahren oft chaotischen Verkehrsverhältnisse in und um Rendsburg hat die Ratsversammlung am Donnerstagabend einstimmig für eine Klage gegen den Bund gestimmt. Bürgermeister Pierre Gilgenast (SPD) hat den Auftrag erhalten, diese Klage ab sofort vorzubereiten. Gilgenast sagte NDR Schleswig-Holstein, er wolle dabei auch mit Unternehmen aus der Region zusammenarbeiten, denn viele hätten einen finanziellen Schaden. "Wir sind auch davon überzeugt, dass die Rendsburger Innenstadt unter der Situation mit dem maroden Tunnel sehr gelitten hat." Es gehe jetzt unter anderem darum zu ermitteln, wie hoch der entstandene Schaden genau ist. "Denn davon hängt dann später auch der Schadenswert in dieser Auseinandersetzung ab", erklärte Gilgenast.

Tunnel, Hochbrücke, Schwebefähre: Noch ist nichts fertig

Die Fertigstellung des Rendsburger Kanaltunnels verzögert sich weiter. Eigentlich sollte die Sanierung bereits 2014 abgeschlossen sein. Stattdessen sorgen die Bauarbeiten und Sperrungen der Röhren weiterhin für Staus. Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung wollte sich zuletzt nicht mehr festlegen, wann der Kanaltunnel fertig wird. Außerdem ist die Rader Autobahn-Hochbrücke über den Kanal marode, und nach einer Kollision der Schwebefähre mit einem Schiff vor fast fünf Jahren steht der geplante Neubau noch nicht zur Verfügung. Die Kanalfähren sind überlastet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.10.2020 | 09:00 Uhr

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