Stand: 15.01.2020 17:03 Uhr

Frau gesteht Tötung ihres Partners "in Panik"

Ein Briefkasten mit der Aufschrift "Landgericht" in Kiel. © dpa-Bildfunk Foto: Carsten Rehder/dpa
Eine 34 Jahre alte Frau ist wegen Totschlags vor dem Kieler Landgericht angeklagt.

In Angst und Panik habe sie ihren Partner erstochen - nach stundenlangen körperlichen Angriffen ihres Mannes. Das hat eine 34 Jahre alte Frau am Mittwoch vor dem Kieler Landgericht ausgesagt. Zwei Mal habe sie mit einem Küchenmesser zugestochen, sagte sie weiter. Sie habe "nur noch Blitze gesehen, wusste nicht, wo oben und unten ist". Laut Staatsanwaltschaft verblutete der Mann am 14. Dezember 2018 im Keller des Hauses der Angeklagten in Schmalfeld (Kreis Segeberg).

Angeklagte: Durch das ganze Haus verfolgt

Zuvor soll der Mann die Angeklagte geschlagen haben. Nach Schilderungen der 34-Jährigen schlug er sie, schleifte sie an den Haaren hinter sich her, trat sie ins Gesicht und in den Rücken. Er habe sie durch das ganze Haus verfolgt, erzählte die Angeklagte. In einer kurzen Pause habe sie vom Telefon in der Küche die Polizei rufen wollen. Doch er griff sie demnach auch dort wieder an. Dann habe sie ein Messer zu fassen bekommen. Er sei zurückgewichen und sie sei zu ihren verängstigten Kindern in den Keller zurück, um mit ihnen zu fliehen. Doch am Fuße der Treppe habe er sie wieder von hinten attackiert. Da habe sie zugestochen, erzählte die Frau.

Mutter: Bereits als Jugendlicher aggressiv

Zwei Geschwister sowie die Mutter des Toten saßen ebenfalls im Gericht. Nach Angaben der Mutter war das Opfer bereits als Jugendlicher aggressiv und gewalttätig, auch ihr gegenüber. Kurz vor seinem 18. Geburtstag sei er deswegen auf gerichtliche Weisung des Elternhauses verwiesen worden. Auch ein Polizeibeamter schilderte, der Mann sei alkoholabhängig und gewalttätig gewesen. Der Beamte sei deswegen immer wieder zu Einsätzen gerufen worden. Der Mitbewohner der Angeklagten beschrieb das Opfer als gewalttätig gegen die Frau. Der Mann sei machomäßig drauf gewesen, extrem eifersüchtig und kontrollierend. An diesem Tag sei er außer sich gewesen: "So habe ich ihn noch nie gesehen", sagte der Mitbewohner.

Angeklagt ist die 34-Jährige wegen Totschlags. Die Frau darf aufgrund einer Haftentscheidung des Amtsgerichts bei ihren Kindern leben. Sie hat einen Betreuer des Jugendamts an ihrer Seite. Der Prozess wird am 30. Januar fortgesetzt. Das Urteil könnte Mitte Februar verkündet werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 15.01.2020 | 14:30 Uhr

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