Drohnenfotograf Jürgen Müller steht am Rand eines Felds und hält eine Fernbedienung seiner Drohne in den Händen. © NDR

Fotograf Jürgen Müller: "Trüffelschwein" mit Drohne

Stand: 20.10.2020 19:17 Uhr

Für gute Fotos ist er oft schon frühmorgens um vier Uhr unterwegs. Mit seinem Wagen fährt Jürgen Müller durch den Kreis Stormarn, immer auf der Suche nach besonderen Motiven. Zum Fotografieren nutzt er seine Drohne.

"Ich entdecke Stormarn für mich neu aus der Luft, weil es ganz andere Perspektiven gibt und auch eine ganz andere Erlebniswelt für mich. Es sind ja alles Dinge, die ich bisher nie so gesehen habe, nur erahnt", sagt Jürgen Müller. Seit zwei Jahren arbeitet der Bargteheider an seinem Projekt "Stormarn von oben". Dafür sucht Müller grafische Muster, beobachtet die Struktur der Landschaft in seiner Heimat und wie sie sich im Laufe des Jahres immer wieder ändert. Wenn ihm beim Autofahren etwas Spannendes auffällt, schickt er seine Drohne schnellstmöglich in die Luft. Denn zum Beispiel das Lichtspiel der Sonne, die gerade durch die Wolken bricht und ein Feld mit hellen Flecken übersäht, dauert nur kurz.

Manche Natur-Aufnahmen sind "völlig wahnsinnig"

Drohnenaufnahme eines Sees in Schleswig-Holstein. Dunkle und helle Wolken spiegeln sich auf der glatten Wasseroberfläche. Die Bäume am Ufer tragen buntes Herbstlaub. © NDR
Jürgen Müller zu seinem Fotomotiv: "Das ist schon fast Surrealismus, was man hier sieht."

Über dem Feld lässt der Fotograf seine Drohne auf einen Knick zufliegen und wählt das Motiv so, das der Knick das Bild diagonal teilt. "Jetzt sehen wir, wie das Gegenlicht eine wunderbare Schattenwelt produziert", erklärt Müller, der immer wieder selbst überrascht ist, wie schön Motive aus Natur sind. Seit mehr als 40 Jahren ist er Fotograf, hat sich alles selbst beigebracht und unter anderem in Hamburg, Berlin und Stockholm ausgestellt. Zu seinen Motiven bei "Stormarn von oben" gehören Wolkenspiegelungen in Seen, Nebel-Welten auf abgeerntete Feldern, Schattenspiele oder malerische Wälder durch das Herbstlaub. Für seine Fotos lässt Müller die Drohne nie höher als 70 Meter fliegen, sonst würde er sich, wie er sagt, zu sehr von der Landschaft entfernen. Als er sich die Aufnahme eines Sees anschaut, kennt seine Faszination kaum Grenzen: "Das ist ja völlig wahnsinnig, schon fast Surrealismus, was man hier sieht. Das ist eine komplett grafische Situation, also quasi fast von der Wirklichkeit entrückt."

Müller: Instinkte helfen

Drohnenfotograf Jürgen Müller hält den Rotor seiner Drohne in der Hand. © NDR
Jürgen Müller macht seine Drohne startklar.

Diese Aufnahme war kein reiner Zufallstreffer für Jürgen Müller. "Ich sehe den Himmel und weiß aus der Erfahrung, der spiegelt sich dann schon mal im Wasser wieder." Wie das Foto dann aber am Ende wirklich aussieht, ist für ihn jedes Mal eine Überraschung. Der Fotograf bezeichnet sich selbst als Trüffelschwein für Bilder, dem seine Instinkte helfen. Trotzdem gehört auch Geduld zu seiner Arbeit, manchmal stundenlanges Warten. Aber wenn er dann ein Motiv entdeckt, muss es wieder schnell gehen.

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 20.10.2020 | 19:30 Uhr

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