Stand: 20.09.2017 14:32 Uhr

Forscher beenden erstes Experiment am Röntgenlaser

Wissenschaftler Lars Redecke von der Universität Lübeck und sein Team haben lange kaum Schlaf bekommen. Nur etwas mehr als zwölf Stunden in fünf Nächten. Der Biochemiker untersucht Proteine, die Alzheimer auslösen, um Medikamente gegen die Krankheit entwickeln zu können. Der neue Röntgenlaser in Schenefeld (Kreis Pinneberg), der eine Art Super-Mikroskop und Super-Kamera ist, sollte Proben scannen und die Struktur der Eiweiße sichtbar machen.

Das Team um Lars Redecke war das erste, das den European XFEL nutzen durfte. Müde aber dennoch gut gelaunt erklärt der Biochemiker: "Sie müssen eigentlich immer während der Messzeit stand by sein und sie müssen dann innerhalb von fünf Minuten die Probe in den Strahl bringen können. Und von daher ist zumindest nachts eine Abwesenheit quasi unmöglich."

"Wir werden erfreut wiederkommen"

Der neue Röntgenlaser ist rund um die Uhr in Betrieb. Ständig wird die neue Anlage von Wissenschaftlern noch optimiert. Sie konnten tatsächlich schon den besten Röntgenlaserstrahl der Welt erzeugen. Aber seine Qualität ist noch nicht ausreichend, um hochauflösende Aufnahmen von Lars Redeckes Alzheimerproteinen zu machen. Die Forscher müssen die Proben wieder mitnehmen.

Deprimiert wirkt Biochemiker Lars Redecke deshalb aber nicht: "Wir haben ja gesehen, was für ein Potenzial der XFEL für die Zukunft hat. Das heißt: Nach der Anfangsphase wird die Technik in der Lage sein auch die Proben zu messen, und dann werden wir alle erfreut wiederkommen." Die Experimentierzeiten im European XFEL sind bis ins kommende Jahr ausgebucht. Frühestens im März bekommen die Lübecker eine neue Chance.

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Der Erste, der den Superlaser nutzen darf

Elf Staaten sind am European XFEL, dem weltweit stärksten Röntgenlaser, beteiligt. Als Erster in 40 Metern Tiefe forschen darf allerdings ein Lübecker. Lars Redecke hofft, dass alles glatt läuft. mehr

Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 20.09.2017 | 19:30 Uhr

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