Stand: 24.07.2019 05:00 Uhr

Foilen: Unter Segeln knapp über dem Wasser fliegen

Je größer das Segel und je geringer die Fläche, die ein Boot berührt, desto schneller bewegt sich ein Segelschiff. Jetzt erlauben neue Materialien und Erkenntnisse, dass Boote nahezu über das Wasser fliegen - und zwar mithilfe sogenannter Foils, die die Rümpfe bei einer bestimmten Geschwindigkeit aus dem Wasser heben. Dann rasen Profis wie die Segelweltmeister Helge und Christian Sach mit rund 60 Kilometern pro Stunde über das Wasser der Lübecker Bucht. Foilen - so heißt das Fliegen übers Wasser. "Man muss sich mehr auf dem Boot bewegen, mehr mit den Schoten arbeiten. Es ist physisch eine große Herausforderung, auch das lieben wir natürlich", erklärt Sach. Die beiden Brüder haben das Folien vor fünf Jahren für sich entdeckt. Sie gelten als Pioniere fürs Foilen im Norden.

Doppelt so schnell wie normale Segelboote

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Die Aufliegeflächen der Foils sind etwas größer als ein Frühstücksbrett.

Mit den Foils ist es möglich, schwere Bootsrümpfe über der Wasseroberfläche schweben zu lassen. Die Foils ähneln Trägflächen beim Flugzeug und sind aus Carbon. Sie sind L-förmig unter dem Bootsrumpf angebracht und ragen senkrecht ins Wasser. Der Bereich, der auf dem Wasser aufliegt, ist etwas größer als ein Frühstücksbrett.

Durch die Fortbewegung des Bootes wirken verschiedene Ströme auf der Ober- und Unterseite des Foils. Hierbei wirkt der Wind wie der Motor bei einem Flugzeug. So entsteht ein dynamischer Auftrieb - und das Boot hebt sich. Foilende Katamarane sind mehr als doppelt so schnell wie normale Segelboote. Wenn das Boot sich aus dem Wasser hebt, wird es ganz leise und ruhig.

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Dieses Thema im Programm:

Schleswig-Holstein Magazin | 23.07.2019 | 19:30 Uhr

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