Stand: 20.08.2020 19:53 Uhr

Umweltfreundliche Deckel: Itzehoer Firma kann investieren

Über 200 Kilogramm Verpackungsmüll produziert nach Angaben des Umweltbundesamtes jeder Bürger in Deutschland pro Jahr. Und den Angaben zufolge wird der Müll eher mehr als weniger. Das Problem: In den Verpackungen stecken jede Menge Ressourcen, die häufig nicht recycelt werden. Deshalb setzen inzwischen einige Unternehmen verstärkt auf Nachhaltigkeit - wie zum Beispiel Pano aus Itzehoe (Kreis Steinburg). Das Unternehmen stellt Deckel ohne PVC und Weichmacher für Gläser, Dosen und Metallbehälter her und bekam am Donnerstag einen Förderbescheid über 960.000 Euro von Land und EU. Das Geld will Pano in eine energiesparende Technik investieren, um die Deckel zu bedrucken.

Neue Technik soll 70 Prozent weniger Strom verbrauchen

Der Verpackungshersteller Pano hat vor einigen Jahren den weltweit ersten PVC-freien Verschlussdeckel entwickelt. Nach Ansicht von Experten kann der Kunststoff PVC (Polyvinylchlorid) von der Produktion bis zur Entsorgung gravierende Gesundheits- und Umweltprobleme auslösen. Mit dem PVC-freien Verfahren ist Pano nach eigenen Angaben Weltmarkführer. Jetzt investiert die Itzehoer Firma im nächsten Schritt in in eine neuartige Technik, um die Deckel zu bedrucken: Auch dabei werde viel weniger Strom verbraucht - von 70 Prozent weniger spricht das Unternehmen. Der Rest stamme ausschließlich aus erneuerbaren Quellen, sagte ein Sprecher.

Deckel bekommen ihren Farbdruck in einem Rutsch

Die neue Druck-Strecke verfüge über ein 4-Farb-Druck-System, anstelle des bisherigen 2-Farbsystems, erklärt Pano Geschäftsführer Thomas Stock: "Mussten die Deckel also bisher zwei Mal in den Druck, erhalten sie heute in einem Arbeitsgang ihre Farbgestaltung. Allein das spart Energie." Darüber hinaus werde die Farbe künftig nicht mehr wie in einem Backofen mit Hitze getrocknet, sondern künftig mit Lichtstrahlen. Das sei viel effizienter, so komme es zu der hohen Energieersparnis, sagt Stock.

Umweltstaatssekretärin Kuhnt: Verbraucher achten auf Nachhaltigkeit

Umweltstaatssekretärin Dorit Kuhnt sagte anlässlich der Übergabe des Förderbescheids: "In allen Bereichen müssen wir in der Zukunft ressourcenschonender arbeiten und produzieren. Die Itzehoer Verschlüsse sind ein innovatives Beispiel für die Möglichkeiten unternehmerischer Verantwortung. Gerade bei Lebensmitteln sind die Verbraucherinnen und Verbraucher kritisch und achten zurecht neben Qualität, Erzeugung und Transport auch auf die Nachhaltigkeitsanstrengungen der Unternehmen."

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 20.08.2020 | 17:00 Uhr

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