Stand: 03.07.2020 07:45 Uhr  - NDR 1 Welle Nord

Fehmarnbeltquerung: Bundestag beschließt Lärmschutz

232 Millionen Euro gibt der Bund für Lärmschutz an der Schienenhinterlandanbindung zum Fehmarnbelttunnel aus. Das hat der Bundestag in Berlin am späten Donnerstagabend beschlossen. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte, auch wenn die Summe niedriger sei als von den Kommunen gefordert, sei die Bewilligung der Mittel eine gute Nachricht für die Region. Er hätte sich zwar an der einen oder anderen Stelle auch noch mehr vorstellen können, aber alles in allem sei ein gutes Ergebnis für Schleswig-Holstein erzielt worden.

Lärmschutzwände bauen, Gleise tiefer legen

Mit dem Geld sollen zum Beispiel Lärmschutzwände gebaut, Gleise tiefer gelegt und die Trasse um Orte geführt werden. Vorgesehen ist der zweigleisige Ausbau der Strecke zwischen Bad Schwartau und Puttgarden mit einer Streckenlänge von 88 Kilometern, wovon 55 Kilometer neu gebaut werden. Auch die Elektrifizierung zwischen Lübeck und Puttgarden ist geplant.

Ratekau freut sich

Für Ruppersdorf nördlich von Ratekau (Kreis Ostholstein) nimmt der Bund zehn Millionen Euro in die Hand. Die Trasse soll an dem kleinen Ort vorbeigeführt werden. Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller (parteilos), freut sich darüber. "Das führt zu einer Reduzierung des Lärms, führt aber auch dazu, dass die Ortschaft nicht zerschnitten wird", betonte er. Für den Lärmschutz in der Hansestadt Lübeck will der Bund etwa 50 Millionen Euro bereitstellen.

Bad Schwartau ist enttäuscht

Die Menschen in Bad Schwartau sind allerdings enttäuscht. Dort hatten Anwohner und Stadt gefordert, dass die Bahnstrecke, die durch den Ort führt, in eine 7,50 Meter tiefe Senke gelegt wird. Das hätte laut Bahn 270 Millionen Euro gekostet. Der Bund will aber nur 50 Millionen Euro geben und die Trasse lediglich um 3,20 Meter absenken. Die ursprüngliche Forderung sei in dem Umfang weder dem Land noch dem Bund vermittelbar gewesen, sagte Buchholz. Bürgermeister Uwe Brinkmann (parteilos) zeigte sich unzufrieden: "Der nun gefundene Beschluss ist aus fachlicher Sicht untauglich. Von daher nutzt es den Betroffenen an der Strecke gar nichts." Die Stadt Bad Schwartau will laut Brinkmann jetzt prüfen, ob sie klagt.

Die Kommunen an der Strecke zwischen Lübeck und Puttgarden hatten für den Lärm- und Erschütterungsschutz an der Bahnstrecke knapp 429 Millionen Euro veranschlagt.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 03.07.2020 | 06:00 Uhr

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