Fall Dänischenhagen: Staatsanwaltschaft bereitet Anklage vor

Stand: 06.10.2021 17:36 Uhr

Knapp fünf Monate ist es her, dass ein 47-jähriger Mann in Dänischenhagen im Kreis Rendsburg-Eckernförde und in Kiel drei Menschen getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft will in Kürze Anklage erheben.

Die Ermittlungen in dem Fall sind kurz vor dem Abschluss. Die Staatsanwaltschaft will nach eigenen Angaben in Kürze Anklage gegen den Tatverdächtigen erheben. Hintergrund ist auch, dass die Untersuchungshaft nach spätestens sechs Monaten überprüft und begründet werden muss - das wäre Mitte November der Fall. Sollte nach Ablauf eines halben Jahres noch kein Prozess begonnen haben, müsste die Staatsanwaltschaft die U-Haft nochmals begründen - und zwar vor dem Oberlandesgericht. Die Hürden liegen dort laut Oberstaatsanwalt Axel Bieler dann deutlich höher. Einen Prozesstermin kann das Kieler Landgericht aber erst festlegen, wenn es die Anklage geprüft und zugelassen hat.

Mehrere Waffenteile versenkt

Der tatverdächtige Mann soll im Mai in Dänischenhagen seine von ihm getrennt lebende Frau und deren neuen Freund sowie in Kiel einen Mann erschossen haben. Ein 48-jähriger Mann soll dem Tatverdächtigen die Waffe besorgt und Teile der zerlegten Waffe nach der Tat in der Kieler Förde, im Eckernförder Hafenbecken und dem Nord-Ostsee-Kanal entsorgt haben. Nach Ansicht der Kieler Staatsanwaltschaft hat der mutmaßliche Helfer gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen. Denn bei der verwendeten Uzi handelt es sich um eine Militär-Waffe.

Der Tatverdächtige schweigt

Das Gericht muss nun Motiv und wahrscheinliches Tatszenario klären. Ermittler bemühen sich, Ablauf, Motive und Hintergründe der Todesschüsse zu klären - denn der Tatverdächtige schweigt. Auch seine Verteidigerin, die Lübecker Rechtsanwältin Lena Alpay-Esch, äußert sich derzeit nicht.

Noch aber trägt die Kieler Staatsanwaltschaft die Vielzahl der Ermittlungsergebnisse aus Obduktionen, Tatort-Spurenanalyse und Zeugenaussagen zusammen und bereitet die Anklage vor. Zum genauen Zeitpunkt hält sich der Leiter der Abteilung für Kapitalverbrechen, Oberstaatsanwalt Achim Hackethal, bedeckt. Er bestätigt nur, dass er "den Abschlussbericht der Mordkommission und Tausende Seiten Akten" erwarte.

Weitere Informationen
Polizisten untersuchen ein Haus in Dänischenhagen, in dem zwei Tote gefunden wurden. © dpa-Bildfunk Foto: Axel Heimken

Fall Dänischenhagen: Neue Erkenntnisse nach Durchsuchung

Bei der Durchsuchung der Wohnung des mutmaßlichen Helfers haben die Ermittler neben Waffenteilen auch Datenträger und Papiere sichergestellt. mehr

Einsatzkräfte suchen am Nord-Ostsee-Kanal nach einer Waffe. © NDR Foto: Carsten Janz

Mordfall Dänischenhagen: Ergebnisse der Obduktion liegen vor

Der Beschuldigte hat laut Polizei vermutlich eine Maschinenpistole verwendet. Ein Bekannter versenkte die Einzelteile. mehr

Einsatzkräfte der Polizei suchen am Nord-Ostsee-Kanal nach einer Waffe. © NDR Foto: Carsten Janz

Mordfall Dänischenhagen: Polizei findet sechs Waffenteile

Bei ihrer Suche im Nord-Ostsee-Kanal ist die Polizei unter der Levensauer Hochbrücke fündig geworden. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 06.10.2021 | 17:00 Uhr

Nachrichten aus Schleswig-Holstein

Silhouette von einem Ewachsenen und einem Kind hinter einer Gardine. © Photocase Foto: Schiffner

Bönningstedt: Erzieher soll fünf Kinder missbraucht haben

Die Eltern eines Kindes hatten ihn angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt jetzt. mehr

Videos