Stand: 27.04.2020 20:09 Uhr

FSG: Keine Landesbürgschaften während der Insolvenz

Während der Insolvenz kann das Land die Flensburger Schiffbau Gesellschaft (FSG) nicht mit Bürgschaften unterstützen. Das hat Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Montag auf Anfrage von NDR Schleswig-Holstein klargestellt. Nach Angaben der Werft stehen vier Aufträge für Frachtfähren in Aussicht, wenn Banken Kredite geben und das Land dafür bürgt. Steuergelder dürften nicht für ein Unternehmen riskiert werden, das in Schwierigkeiten steckt, sagt Wirtschaftsminister Bernd Buchholz.

Landesbürgschaften nur bei guter Prognose

Buchholz betont, das sei auch der Leitung der Flensburger Werft klar: "Deshalb haben wir im Vorfeld ja auch besprochen, dass man aus dieser Insolvenz zunächst raus muss. Wenn man da raus ist und eine Zukunftsprognose hat, die zeigt, dass das Geschäft auch eine Chance hat, lukrativ zu werden, dann werden wir auch nicht zögern, über Landesbürgschaften zu entscheiden."

Ein bestehender Auftrag ist ein Problem

Damit ist die Reihenfolge klar definiert: Während der Insolvenz müsste sich die FSG laut Finanzinvestor Lars Windhorst zunächst von einem Auftrag für eine große Passagierfähre befreien, deren Bau Verluste bringen würde. Erst danach könnte der Weg frei für die Landeshilfen sein und damit der Neubau der Fähren an der Flensburger Werft starten. Die Werft hatte Ende vergangener Woche den Insolvenzantrag gestellt. Obwohl die Auftragsbücher voll waren, schrieb die FSG zuletzt rote Zahlen in dreistelliger Millionenhöhe. Der Bau großer Passagierfähren kostete offenbar mehr Geld, als die Werft dafür ausgehandelt hatte. 

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 27.04.2020 | 16:00 Uhr

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