Stand: 13.08.2020 14:34 Uhr

FSG: Gläubiger stimmen Verkauf an Tennor Holding zu

Die Gläubiger der insolventen Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) haben am Vormittag den Verkauf an die Tennor Holding des Investors Lars Windhorst einstimmig beschlossen und so den Weg für einen Neuanfang frei gemacht. Laut Christoph Morgen, Sachwalter des Insolvenzverfahren, ist nun die letzte große Hürde für den Neustart überwunden. Er blickt optimistisch in die Zukunft: "Es zeigt aus unserer Sicht, dass man Herrn Windhorst zutraut, hier tatsächlich Schiffe zu bauen." Der Jurist rechnet damit, dass der bereits unterschriebene Kaufvertrag Ende August umgesetzt wird. Somit würde der Neustart der Werft noch in diesem Monat beginnen können.

Schuldenfreier Neustart

Windhorst hatte die verschuldete Werft 2019 zum ersten Mal übernommen. Durch den erneuten Kauf kann die Werft ohne die bisherigen Schulden einen Neuanfang starten. Für die alte FSG wurde Anfang August das Insolvenzverfahren am Flensburger Amtsgericht eröffnet. Den Schuldenberg schätzt Sachwalter Morgen auf etwa 60 Millionen Euro. Er ist zuversichtlich, dass durch den Verkauf ein Viertel der Summe an die Gläubiger gezahlt werden könne. Für rund 350 der 650 Mitarbeiter geht es also an der Flensburger Förde weiter, die anderen sind bereits Anfang des Monats in eine Transfergesellschaft gewechselt. Das war eine Bedingung des Investors für das Angebot, die Werft erneut zu kaufen. Windhorst hatte zudem kurzfristig zugesagt, zwei RoRo-Fähren im Wert von mehr als 100 Millionen Euro bauen lassen zu wollen.

FSG hofft auf "Honfleur"-Weiterbau

Nach Angaben von Sachwalter Christoph Morgen stimmte die Gläubigerversammlung auch einem Vergleich mit dem früheren Besitzer Siem zu. Es sei um Finanzierungen von Siem als Gesellschafter gegangen. Die Flensburger Schiffbauer hoffen, dass Siem die Großfähre "Honfleur",die halb fertig an der Werft-Pier liegt, auch an der Förde fertig stellen lassen wird. Windhorst hatte Siem einen Nachlass von 10 Millionen Euro in Aussicht gestellt, dieser ist am Donnerstag von der Gläubigerversammlung bestätigt worden.

 

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