Stand: 17.01.2019 14:11 Uhr

Fragen und Antworten zum Thema Datensicherheit

von Constantin Gill

Gerade mal etwas mehr als zwei Wochen ist das Neue Jahr alt - hat aber schon mehrere Datenskandale. Im Internet sind schon wieder hunderte Millionen Zugangsdaten von privaten Nutzern aufgetaucht - viele auch aus Deutschland. Zuvor hatten veröffentlichte persönliche Daten von Prominenten und Politikern für reichlich Schlagzeilen gesorgt und unter anderem Grünen-Politiker Robert Habeck zum Ausstieg aus seinen Socialmedia-Aktivitäten bewegt. Dann sind auch noch Hacker in das Computersystem des Kreises Schleswig-Flensburg eingedrungen und erbeuteten mehr als 800 Datensätze von Bürgern. Diese Vorfälle gingen zwar glimpflich aus, aber viele Menschen sind mehr denn je verunsichert und die Diskussion um die Sicherheit unserer Daten ist in vollem Gange. Hier einige Antworten auf häufige Fragen zum Thema Datensicherheit.

Was kann der private Internetnutzer tun, um seine Daten zu sichern?

Virenschutz und Firewall sind ein Muss. Nutzer sollten immer alle Sicherheitsupdates des Herstellers installieren. Und: Laut Verbraucherzentrale sind schwache Passwörter die meist genutzte Sicherheitslücke im Internet. Sie rät zu Passwörtern, die mindestens 10 Zeichen lang sind und Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen enthalten. Für jeden Account sollte der Nutzer ein eigenes Passwort nutzen - sonst hat ein Hacker gleich Zugriff auf sämtliche Programme.

Wichtige Daten sollte der Nutzer regelmäßig auf eine Festplatte kopieren. Die Sicherung in der Cloud allein reicht nicht aus - weil die Sicherheit der Daten gefährdet ist, wenn der Cloud-Anbieter ausfällt.

Wie kann ich mein Smartphone sichern?

Apps greifen auf viele Informationen wie Standort- und Bewegungsdaten zu. Das kann der Nutzer in den Privatsphäre-Einstellungen regeln. Wie bei normalen Mails gilt auch auf dem Smartphone: Niemals Links öffnen, deren Herkunft nicht klar ist. Die Verbraucherzentrale warnt außerdem davor, in öffentlichen Netzwerken keine sensiblen Programme zu nutzen, wie etwa Online-Banking.

Immer mehr Geräte wie Waschmaschinen und Fernseher haben einen Onlinezugang. Das ist praktisch. Aber wie sicher ist es?

Eigentlich ist es eine einfach Rechnung: Je mehr mit dem Internet vernetzte Geräte ich im Haus nutze, desto mehr Daten gebe ich preis - etwa an den Hersteller, der die Daten analysiert, um die Geräte zu verbessern. Der erste Schritt ist aus Sicht von Experten, sich das bewusst zu machen. Und zu entscheiden, welche Dienste man wirklich nutzen will. Und: Alle Geräte müssen auf dem neuesten Stand gehalten werden. Die Software muss also regelmäßig aktualisiert werden, damit mögliche Sicherheitslücken geschlossen werden.

Was kann ich tun, wenn ich gehackt worden bin?

Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, ist nur noch Schadensbegrenzung möglich: Der Nutzer sollte prüfen, ob Bankkonto, Online-Shops oder Streamingdienste auffällige Aktionen verzeichnen. Die Anbieter sollten dann informiert werden. Wichtig auch: Sämtliche Passwörter erneuern. Und die Freundesliste, etwa in sozialen Netzwerken, informieren. Nutzer sollten niemals das gehackte Gerät, sondern ein gesichertes Gerät nutzen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für detaillierte Informationen die Website des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik. Dort finden sich noch mehr Hinweise, etwa für Betroffene des jüngsten Hackerangriffs.

Was tut das Land, um die Daten von Behörden zu sichern?

Weitere Informationen

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Für die Daten von öffentlichen Behörden, also etwa Polizeidienststellen, Schulen und Rathäusern, gibt es ein eigenes Landesnetz. Die Daten liegen in Rechenzentren, für die es laut Land umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen gibt. Die verschlüsselten Daten können nur von Landesbediensteten verarbeitet werden. Betrieben wird das Netz vom Dienstleister Dataport.

Das Land steckt nach eigenen Angaben 10 Millionen Euro pro Jahr in die IT-Sicherheit, Dataport investiert 10 Prozent seines Jahresumsatzes in Sicherheitsmaßnahmen.

Wie häufig kommt es vor, dass Hacker Behördendaten abgreifen wollen?

Die Verantwortlichen bei Dataport sagen, dass es ein- bis zweimal pro Jahr ernstzunehmende Angriffe auf die Daten der Landesbehörden gibt. Erfolgreich sei aber keiner der Versuche gewesen. Als Täter vermutet man dort gewöhnliche Internetkriminelle, die zum Beispiel Daten abgreifen wollen, um sie dann zu verkaufen. Verglichen mit Bundeseinrichtungen, wie etwa dem Verteidigungsministerium, stehen die Daten von Land und Kommunen demnach aber weniger im Fokus.

Gibt es absolute Sicherheit im Netz?

Nein, sagen alle Experten übereinstimmend. Die Sicherheitsbehörden stellen fest, dass Angriffe immer professioneller werden, so dass die Schutzmaßnahmen auch immer wieder weiterentwickelt und verbessert werden müssen. Allerdings: Auch wenn Daten auf Papier und im Aktenschrank gelagert werden, gibt es keine absolute Sicherheit.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 16.01.2019 | 19:30 Uhr

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