Der AFD-Politiker Gereon Bollmann schaut in die Kamera © NDR Foto: Gino Laib

Ex-Richter Bollmann will AfD-Landeschef in SH werden

Stand: 23.01.2021 12:01 Uhr

Der pensionierte Richter Gereon Bollmann will neuer AfD-Landesvorsitzender werden. Außerdem stehe er auch als Kandidat für die Bundestagswahl zu Verfügung.

Das sagte der 67-Jährige der DPA. Seit Spätsommer 2019 ist die AfD in Schleswig-Holstein führungslos. Nun will Gereon Bollmann, pensionierter Richter des Oberlandesgerichts, den Vorsitz übernehmen. Er hat allerdings einen Gegenkandidaten: Der Chef der AfD-Landtagsgruppe, Jörg Nobis, früher schon einmal Landesvorsitzender, will ebenfalls antreten.

In AfD-Kreisen gilt Bollmann als weit rechts stehend. Er selbst sagt, er stehe für "Law and Order". Er wolle den innerparteilichen Graben nicht vertiefen, sondern für die Partei insgesamt da sein - als rechtskonservativer Mann.

AfD seit August 2019 ohne Landesvorsitz

Als Vorsitzender des AfD-Landesschiedsgerichts hatte Bollmann 2019 in erster Instanz den von der Bundespartei beschlossenen Parteirauswurf der Landesvorsitzenden Doris von Sayn-Wittgenstein wegen rechtsextremer Kontakte verworfen. Das Bundesschiedsgericht kassierte die Entscheidung und warf von Sayn-Wittgenstein im August 2019 endgültig aus der AfD. Seitdem ist die Landes-AfD ohne Führung an der Spitze.

Wie geht es weiter mit der AfD?

Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) will Medien zufolge in Kürze über den weiteren Umgang mit der AfD entscheiden. Demnach könnte die AfD zum rechtsextremistischen Verdachtsfall erklärt werden. Dies kann, ebenso wie eine Einstufung als gesichert extremistische Bestrebung, eine Beobachtung mit nachrichtendienstlichen Mitteln auslösen. Die AfD hat gegen das Bundesamt für Verfassungsschutz bereits zwei Klagen und Eilanträge eingereicht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 23.01.2021 | 10:00 Uhr

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