Stand: 21.11.2019 14:18 Uhr

Es fehlen 130 Lehrer in Schleswig-Holstein

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An den Schulen in Schleswig-Holstein sind derzeit noch 130 Lehrerstellen unbesetzt.

Seit Jahren gibt es zu wenig Lehrer in Schleswig-Holstein. Für die Schüler bedeutet das: Unterricht fällt aus oder wird durch Vertretungslehrer unterrichtet. Am Donnerstag hat Bildungsministerin Karin Prien (CDU) einen Überblick über die aktuelle Situation gegeben. Den Idealzustand werde man nie erreichen, räumte Prien ein.

Rechnerisch sind an den Schulen im Norden derzeit noch 130 Lehrerstellen unbesetzt und damit laut Ministerium ähnlich viele wir vor einem Jahr. "Bei 23.345 Planstellen ergibt das eine Besetzungsquote von über 99 Prozent" sagte die Ministerin. Fehlen würden an Schleswig-Holsteins Schulen aktuell 130 Lehrer. Am Anfang des Schuljahres seien noch 259 Stellen unbesetzt gewesen.

Bildungsministerin Karin Prien schaut bei einem Interview fragend in die Kamera.

Prien: "Wir sind auf einem guten Weg"

Schleswig-Holstein Magazin -

Bildungsministerin Prien ist zufrieden mit der Situation der Lehrkräfte im Land. Knapp die Hälfte der noch offenen Planstellen soll mittlerweile besetzt sein.

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Vor allem auf dem Land fehlen Lehrer

Regional gibt es beim Lehrermangel deutliche Unterschiede. Vor allem in den Kreisen Dithmarschen, Segeberg und Herzogtum Lauenburg gebe es weiterhin Probleme. "Natürlich fehlen uns vor Ort mehr Lehrkräfte als nur für 130 Planstellen", meinte Prien. Durch Elternzeit oder längere Erkrankungen erteile ein Teil der Lehrer keinen Unterricht, obwohl dieses Personal formal Planstellen hat.

Neues Planungstool soll Abhilfe schaffen

Um mittelfristig besser planen und steuern zu können, hat das Ministerium gemeinsam mit Informatikern und Statistikern ein neues Lehrkräftebedarfs-Planungs-Tool entwickelt, das auf die aktuelle Bevölkerungsentwicklung reagieren soll. Damit will das Ministerium den Lehrerbedarf für die kommenden neun Jahre voraus errechnen.

Außerdem setzt Prien auf Ausbildung und Qualifizierung von Lehrern und darauf, die Attraktivität des Berufes zu steigern. Bernd Schauer von der Lehrer-Gewerkschaft GEW nannte die Bemühungen der Ministerin halbherzig. Ihm fehlen vor allem entlastende Sofortmaßnahmen für Lehrer, wie eine Reduzierung der Pflichtstundenzahl, damit sie länger im Beruf bleiben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.11.2019 | 13:00 Uhr

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