Eine Angeklagte sitzt in einem Gerichtssaal. © picture alliance/dpa | Frank Molter Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter

Erstickungstod einer 83-Jährigen: Tochter wohl schuldunfähig

Stand: 21.07.2021 16:59 Uhr

Das Kieler Landgericht beschäftigt sich mit dem Tod einer Rentnerin, die von ihrer Tochter erstickt worden sein soll. Die Staatsanwältin wirft ihr Totschlag vor. Sie beantragte deren dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie

Die 54-jährige soll ihre hilfsbedürftige Mutter erstickt haben, als diese aus der Tagespflegestätte zu ihr nach Hause in Kiel gebracht wurde. Die Beschuldigte muss sich deshalb wegen Totschlags vor Gericht verantworten. Sie habe an dem Tattag im Dezember vergangenen Jahres bereits auf die Mutter gewartet und sie in die Wohnung gezerrt, sagte der Fahrer der Pflegeeinrichtung am Mittwoch zum Prozessstart im Kieler Landgericht.

Anschließend soll die 54 Jahre alte Frau laut Staatsanwaltschaft die Rentnerin gewaltsam zu Boden gebracht, sich auf sie gesetzt und ihr Mund und Nase zugehalten haben, woraufhin die Frau erstickte und verstarb. Der Zeuge habe noch die Hilferufe der 83-Jährigen gehört und die Polizei gerufen, sagte er aus.

Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos

Als die Polizei kurz darauf eintraf, starb die Frau. Reanimierungsversuche blieben erfolglos. Nach Aussagen eines Beamten saß die Tochter zunächst mit einem Bier auf der Couch, redete unverständlich und wirkte alkoholisiert. Wenig später gestand sie demnach im Nebenzimmer: "Ich habe meine Mutter umgebracht." Eine Pflegehelferin der Toten spricht von einem ambivalenten Verhältnis zwischen Mutter und Tochter.

Die Staatsanwältin wirft der 54-Jährigen Totschlag vor. Sie beantragte deren dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie, weil sie zur Tatzeit am 8. Dezember 2020 schuldunfähig gewesen sei. Dort ist sie bereits vorläufig untergebracht. Das Gutachten eines Psychiaters wird am Montag erwartet.

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NDR 1 Welle Nord | Nachrichten für Schleswig-Holstein | 21.07.2021 | 14:00 Uhr

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